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Radon in München und Umland: Werte, Karte, Keller, Messung

Schotterböden im Alpenvorland, Keller und Souterrain: Was BfS-Karten und LfU-Befunde für München und das Umland zeigen – und wie Sie selbst messen.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 5 Min. Redaktion radoncheck24.de

Stilisierte Ansicht Münchens mit Gebäudeschnitt: Radon steigt aus dem Untergrund in Keller und Souterrain

München ist kein Radon-Vorsorgegebiet – aber das Alpenvorland gehört zu den Landschaften, in denen das BfS grundsätzlich häufiger erhöhte Radonwerte erwartet, und der Landkreis München fiel 2017 in der BfS-Prognose auf. Entscheidend ist ohnehin das einzelne Gebäude: Keller, Souterrain- und Erdgeschossräume können auch dort belastet sein, wo die Karte unauffällig wirkt. Diese Seite erklärt, was die Karten für München und das Umland zeigen und wie Sie Ihre Wohnung prüfen.

Was zeigen die Radon-Karten für München?

Eine eigene Radonkarte für die Stadt gibt es nicht; maßgeblich sind die bundesweiten BfS-Karten. Zwei Effekte prägen das Bild für München:

  • Region: Hohe Radonwerte treten laut BfS „hauptsächlich in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland“ auf. Das LfU Bayern wird konkreter: Auch im Alpenvorland – mit seinen durchlässigen Schotterböden und Talfüllungen – „und nördlich von München finden sich Bereiche mit erhöhten Radonkonzentrationen in der Bodenluft“ (LfU-Bericht „Radon in Innenräumen“, 2012). Der gut gasdurchlässige Schotter der Münchner Ebene lässt Bodenluft leichter aufsteigen als dichte Böden.
  • Stadt: In der BfS-Karte „Radon in Wohnungen“ schneiden Großstädte meist niedriger ab als ihr geologisch ähnliches Umland, weil dort mehr Menschen in Mehrfamilienhäusern und höheren Geschossen wohnen. Der Schätzwert einer Gemeinde beschreibt den Durchschnitt der Bevölkerung – nicht Ihre Souterrainwohnung.

München liegt in keinem der bayerischen Radon-Vorsorgegebiete – das einzige ist der Landkreis Wunsiedel. Bemerkenswert ist trotzdem der Blick in die amtliche Gebietsfestlegung: Die BfS-Prognosekarte von 2017 lieferte Hinweise für die Landkreise München und Bad Tölz-Wolfratshausen, die Karte von 2020 für Bayreuth sowie die Alpenrand-Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Traunstein. Wegen widersprüchlicher Kartenstände wurde keines dieser Gebiete festgelegt; der Freistaat misst dort weiter und schließt spätere Festlegungen nicht aus. Details zur Lage im gesamten Freistaat finden Sie auf unserer Seite Radon in Bayern, die Grundlagen zu allen Karten unter Radon-Karte Deutschland.

Keller und Souterrain: Hier entscheidet sich die Radonfrage

Radon dringt aus dem Baugrund über Risse in der Bodenplatte, Fugen und Leitungsdurchführungen ins Haus – unabhängig davon, ob die Adresse in Schwabing, Sendling oder im Landkreis liegt. Nach BfS-Angaben gilt:

Faktor Wirkung auf die Radon-Konzentration
Geschoss Je höher die Wohnung, desto niedriger die Werte – Keller und Erdgeschoss sind am stärksten betroffen
Gebäudealter Ältere Gebäude sind häufiger belastet als Neubauten mit normgerechter Abdichtung
Keller vorhanden Häuser mit Keller sind häufiger betroffen als Häuser ohne; der Keller wirkt als Sammelraum
„Kamineffekt“ Warme Luft steigt im Haus auf und erzeugt Unterdruck in den unteren Etagen – das saugt Bodenluft nach, besonders in der Heizperiode

Gerade in München mit seinen vielen Souterrain- und Hobbyräumen lohnt der genaue Blick: Wer im Untergeschoss ein Arbeitszimmer, einen Fitnessraum oder eine Einliegerwohnung nutzt, verbringt dort viele Stunden – und genau dort sind die Werte am höchsten. Hintergründe und Lüftungstipps liefert unser Artikel Radon im Keller; für Wohnungen ohne Unterkellerung erklärt Radon im Erdgeschoss ohne Keller die Besonderheiten.

Radon in München messen: die zwei sinnvollen Wege

Für Privathaushalte besteht keine Messpflicht – aber nur die Messung zeigt, ob Handlungsbedarf besteht. Bewährt hat sich die Kombination aus schneller Orientierung und Langzeitmessung:

  1. Orientierungsmessung (Tage bis Wochen): Ein elektronisches Gerät wie das Radon Eye RD200 zeigt Live-Werte und den Tagesverlauf. So erkennen Sie, ob der Keller auffällig ist, wie stark Lüften wirkt und ob sich eine Langzeitmessung lohnt. Ein solches Gerät können Sie bei uns mieten – Versand nach München und Umland inklusive, die Ergebnisse erhalten Sie als verständliche Auswertung.
  2. Langzeitmessung (6–12 Monate): Passive Exposimeter einer vom BfS anerkannten Stelle (ca. 30–50 €) liefern den Jahresmittelwert, der sich mit dem Referenzwert von 300 Bq/m³ vergleichen lässt. Das LfU empfiehlt mindestens 6 Monate, davon mindestens die Hälfte im Winterhalbjahr.

Zur Platzierung gilt die BfS-Regel: Gerät auf Regal oder Schrank, 10–20 cm Wandabstand, nicht über der Heizung, nicht ans Fenster – ausführlich unter Messgerät richtig aufstellen. Da Radonwerte im Winter höher liegen als im Sommer, ist die Heizperiode die beste Messzeit; mehr dazu unter Radon und Jahreszeiten.

Hinweis zur Einordnung: Die Miet-Messung ist eine Orientierungsmessung, keine Messung durch eine vom BfS anerkannte Stelle nach § 155 StrlSchV. Der Referenzwert von 300 Bq/m³ ist ein Jahresmittel und kein Grenzwert – Kurzzeitwerte liefern eine erste Einschätzung, keinen Nachweis für Behörden oder Arbeitsplätze.

Beratung und Sanierung in München

Erste Anlaufstelle für ganz Bayern ist die Radon-Fachstelle Bayern (RFB) am Landesamt für Umwelt (radon-fachstelle@lfu.bayern.de) – sie beantwortet Bürgeranfragen und vernetzt Fachleute. Zeigt Ihre Messung dauerhaft erhöhte Werte, helfen oft schon einfache Maßnahmen: gezieltes Lüften, Abdichten von Rissen und Leitungsdurchführungen, eine dichte Kellertür. Reicht das nicht, kommen Absaugsysteme unter der Bodenplatte infrage. Den Überblick gibt unser Ratgeber Radon-Sanierung; worauf Sie bei Angeboten aus dem Raum München achten sollten, lesen Sie unter Fachfirma finden.

Tipp für Mieterinnen und Mieter: Auch in der Mietwohnung dürfen Sie orientierend messen. Bei dauerhaft erhöhten Werten lohnt das Gespräch mit dem Vermieter – die rechtliche Einordnung finden Sie unter Radon in der Mietwohnung.

Fazit

München steht auf den Radon-Karten vergleichsweise günstig da, doch die Karten beschreiben Durchschnitte – nicht Ihr Gebäude. Wer im Keller, Souterrain oder Erdgeschoss wohnt oder arbeitet, prüft die eigene Situation am besten mit einer Messung: erst die schnelle Orientierung mit dem Mietgerät, bei auffälligen Werten die Langzeitmessung über eine anerkannte Stelle. So bleibt Radon das, was es sein sollte: ein kontrollierbares Thema, kein Grund zur Sorge.

Häufige Fragen

Wie hoch ist Radon in München?

Amtliche Messwert-Listen für einzelne Stadtteile gibt es nicht; die BfS-Karte „Radon in Wohnungen“ liefert einen Schätzwert je Gemeinde. Großstädte schneiden darin meist niedriger ab als ihr Umland, weil viele Menschen in Mehrfamilienhäusern und oberen Geschossen wohnen, wo weniger Radon ankommt. Bayernweit nennt das LfU einen Mittelwert von etwa 50 Bq/m³ in Innenräumen. Für Ihre konkrete Wohnung – vor allem im Keller-, Erd- oder Souterraingeschoss – hilft nur eine eigene Messung.

Sind Münchner Keller besonders betroffen?

Keller sind grundsätzlich die Räume mit den höchsten Radonwerten im Haus, denn das Gas dringt aus dem Baugrund über Risse, Fugen und Leitungsdurchführungen ein – das gilt in München wie überall. Nach BfS-Angaben sind ältere Gebäude häufiger betroffen als neue, und je höher das Stockwerk, desto geringer die Konzentration. Wer einen Hobbyraum, ein Büro oder eine Einliegerwohnung im Keller oder Souterrain nutzt, sollte dort zuerst messen.

Wo messe ich in München?

Beginnen Sie im Keller und in den am häufigsten genutzten Räumen des untersten Wohngeschosses – das LfU Bayern empfiehlt mindestens zwei häufig genutzte Räume. Das Messgerät sollte 10 bis 20 cm von der Wand entfernt stehen, nicht über der Heizung und nicht am Fenster. Ein elektronisches Mietgerät liefert schnelle Orientierungswerte samt Tagesverlauf; für den Vergleich mit dem Referenzwert (Jahresmittel 300 Bq/m³) ist eine Langzeitmessung über 6 bis 12 Monate mit passiven Exposimetern einer anerkannten Stelle nötig.

Wer berät in München zu Radon?

Zentrale Anlaufstelle in Bayern ist die Radon-Fachstelle Bayern (RFB) am Landesamt für Umwelt (radon-fachstelle@lfu.bayern.de). Sie informiert Bürgerinnen und Bürger, betreibt den Newsletter „Radon-Info“ und die Kampagne „Trautes Heim, RADON NEIN“. Für bauliche Fragen nach einem erhöhten Messwert kommen Radonfachpersonen und spezialisierte Betriebe infrage – wie Sie seriöse Anbieter erkennen, erklärt unser Ratgeber Fachfirma finden.

Ist München ein Radon-Vorsorgegebiet?

Nein. Bayerns einziges Vorsorgegebiet ist der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. Interessant ist aber: Die BfS-Prognosekarte von 2017 lieferte Hinweise für den Landkreis München und den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen; wegen widersprüchlicher Kartenstände wurde dort nicht festgelegt, sondern es laufen weitere Messungen des Freistaats. Eine spätere Festlegung zusätzlicher Gebiete schließt das Umweltministerium ausdrücklich nicht aus.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. StMUV Bayern – Radon-Vorsorgegebiete (mit Prognosehinweisen zu weiteren Landkreisen)
  2. BfS – Radon in Wohnungen in Deutschland (Karte)
  3. BfS – Radon in Gebäuden
  4. LfU Bayern – Radon messen in Wohnräumen
  5. LfU Bayern – FAQ Radon
  6. BfS – Wie kann ich Radon messen (lassen)?
  7. LfU Bayern – Radon in Innenräumen: Auswirkungen von Gebäudeabdichtungen in Bayern (Bericht, 2012)

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