Sanierung & Bauen

Radonsanierung: Maßnahmen, Kosten, Ablauf – vom Lüften bis zur Absaugung

Radon zu hoch – was tun? Stufenplan vom Lüften über Abdichten bis zur Bodenluft-Absaugung, Kosten 500–10.000 €, Wirksamkeit, Nachmessung, Fachbetriebe.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 11 Min. Redaktion radoncheck24.de

Schema eines Hauses mit den wichtigsten Radonsanierungsmaßnahmen: Lüften, Abdichten, Absaugung unter der Bodenplatte

Wenn die Radonmessung erhöhte Werte zeigt, gibt es einen erprobten Weg: erst die Belastung sauber beurteilen, dann stufenweise sanieren – vom Lüften über das Abdichten von Rissen und Durchführungen bis zur Absaugung der Bodenluft unter dem Haus. Typische Radonsanierungen im Wohnbereich kosten laut einem Forschungsbericht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) 500 bis 5.000 Euro, Fachfirmen nennen für komplexe Systeme bis etwa 10.000 Euro. Diese Übersichtsseite führt Sie durch alle Maßnahmen, ihre Wirksamkeit und Kosten – und verlinkt die ausführlichen Ratgeber zu jedem Thema.

Radon zu hoch – wann müssen Sie handeln?

Der gesetzliche Referenzwert liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) – als Jahresmittelwert für Aufenthaltsräume (§ 124 Strahlenschutzgesetz). Wichtig für die Einordnung: Ein Referenzwert ist kein Grenzwert, sondern ein Maßstab dafür, wann Maßnahmen angemessen sind. Für private Bestandswohnungen gibt es keine gesetzliche Sanierungspflicht – Eigentümer und Bewohner handeln freiwillig. Das BfS empfiehlt jedoch, bereits ab 100 Bq/m³ über eine Senkung nachzudenken, denn ein völlig risikofreies Niveau gibt es nicht. Mehr zur rechtlichen Einordnung lesen Sie unter Grenzwert und Referenzwert.

Jahresmittelwert Einordnung (BfS) Empfohlenes Vorgehen
unter 100 Bq/m³ unauffällig keine Maßnahmen nötig; bei Umbauten Radonschutz mitdenken
100–300 Bq/m³ Senkung sollte erwogen werden häufiger intensiv lüften, Eintrittspfade und Kellertüren abdichten
über 300 Bq/m³ Maßnahmen sind in jedem Fall angebracht einfache Maßnahmen plus Planung baulicher Lösungen, Erfolg nachmessen
über 1.000 Bq/m³ dringlicher Handlungsbedarf intensiv lüften, bauliche Maßnahmen innerhalb von drei Jahren abschließen

Grundlage jeder Entscheidung ist eine belastbare Messung: Kurzzeitwerte schwanken mit Jahreszeit, Wetter und Lüftungsverhalten. Wie Sie richtig messen, erklären wir unter Radon richtig messen und Wie lange messen?.

Der Stufenplan: In fünf Schritten zur erfolgreichen Sanierung

Das BfS-Radon-Handbuch empfiehlt für jede Radonsanierung fünf Grundschritte – und ausdrücklich ein stufenweises Vorgehen, denn oft erweisen sich schon die einfachen Sofortmaßnahmen als so erfolgreich, dass keine weiteren nötig sind:

  1. Radonbelastung beurteilen: Messungen in Keller und Aufenthaltsräumen sind die Grundlage. Woher das Gas kommt, lesen Sie unter Woher kommt Radon und wie gelangt es ins Haus?
  2. Ausweichmöglichkeiten festhalten: zum Beispiel vorübergehend auf Aufenthaltsräume im Keller verzichten.
  3. Maßnahmen planen: von einfach nach aufwendig – erst Lüften und Abdichten, dann Lüftungstechnik oder Absaugung.
  4. Ausführung überwachen: Abdichtungen mit Zwischenabnahmen prüfen (Sperrschichten, Verklebungen, Durchführungen).
  5. Erfolg kontrollieren: „Allein die Messung der Radonkonzentration nach Abschluss der Arbeiten gibt Aufschluss über den Erfolg“ (BfS).
Tipp: Sächsische Behörden bestätigen: Das schrittweise Vorgehen ist trotz eventueller Nachbesserungen „die ökonomischste Problemlösung“. Beginnen Sie mit den günstigen Maßnahmen und messen Sie nach jedem Schritt – so zahlen Sie nur für das, was Ihr Haus wirklich braucht.

Wie dringlich ist es? Zeithorizonte für die Sanierung

Radon ist ein Langzeitrisiko – entscheidend ist die Belastung über Jahre, nicht der einzelne Tag. Panik ist also fehl am Platz, Aufschieben aber auch. Die gemeinsame Empfehlung der Radon-Fachstellen von Österreich, der Schweiz, Süddeutschland und Südtirol gibt konkrete Zeitrahmen vor:

  • Über dem Richtwert: Sofortmaßnahmen ergreifen (Lüften, Umnutzung, einfache bauliche Maßnahmen); die eigentliche Sanierung spätestens bei den nächsten ohnehin anstehenden Baumaßnahmen abschließen.
  • Über 1.000 Bq/m³: Sanierung innerhalb von drei Jahren abschließen – das deckt sich mit der BfS-Empfehlung, bei solchen Werten unbedingt bauliche Maßnahmen innerhalb von drei Jahren umzusetzen und die Räume bis dahin intensiv zu lüften.
  • Über 5.000 Bq/m³: Sanierung sofort einleiten und innerhalb eines Jahres abschließen.

Wichtig vor größeren Investitionen: Ursachen fachlich klären und Aufwand gegen Nutzen abwägen – dabei hilft eine Radon-Fachperson.

Den Antrieb verstehen: Unterdruck ist die häufigste Ursache

Radon wird nicht nur vom Boden „abgegeben“ – es wird vom Haus regelrecht angesaugt. Die sächsische Planungshilfe nennt die Druckdifferenz zwischen Erdreich und Innenraumluft „die weitaus häufigste Ursache für den Radoneintritt“. Warme Luft steigt in Treppenhäusern, Schächten und Kaminen auf und erzeugt in Keller und Erdgeschoss Unterdruck; Dunstabzugshauben, Bad-Abluftventilatoren und raumluftabhängige Öfen verstärken den Effekt. Deshalb gehören zu jeder Sanierung auch diese unscheinbaren Maßnahmen:

  • Dunstabzugshaube auf Umluftbetrieb umstellen oder Nachströmöffnungen schaffen
  • für Kamin und Ofen eine Verbrennungsluftzufuhr vorsehen (das BfS-Radon-Handbuch nennt eine lichte Weite von etwa 15 cm) oder auf raumluftunabhängige Feuerstätten umrüsten
  • offene Schächte und Installationsdurchführungen zwischen den Etagen abdichten
  • den thermischen Auftrieb vom Treppenhaus durch eine Nachströmöffnung im Erdgeschoss brechen

Wer den Unterdruck beseitigt, nimmt dem Radon den Antrieb – oft sinken die Werte dadurch bereits spürbar, bevor die erste „richtige“ Baumaßnahme beginnt.

Einfache Sofortmaßnahmen: heute anfangen

Diese Maßnahmen aus dem BfS-Radon-Handbuch kosten wenig und lassen sich meist in Eigenleistung umsetzen:

  • Gezielt lüften: mehrmals täglich Stoß- oder Querlüften; Kellerfenster und -luken öffnen, Kellertür geschlossen halten. Wie oft und wie lange, lesen Sie unter Radon und Lüften.
  • Fugen und Risse abdichten mit elastischen Dichtungsmassen – Details unter Radon abdichten.
  • Kellertür dichten: umlaufende Dichtprofile und ein Türschließer verhindern, dass radonhaltige Kellerluft ins Treppenhaus aufsteigt.
  • Unterdruck im Haus vermeiden: Dunstabzug auf Umluft umstellen, Nachströmöffnungen für Kamin oder Ofen schaffen, denn der „Kamineffekt“ saugt Bodenluft ins Haus.
  • Kriechkeller und Hohlräume belüften – passiv oder mit Kleinventilator.
  • Nutzung anpassen: stark belastete Kellerräume vorerst nicht als Wohn- oder Hobbyraum nutzen.

Alle Maßnahmen im Überblick: Wirksamkeit und Kosten

Das BfS-Radon-Handbuch beziffert das Reduktionspotenzial der wichtigsten Sanierungsmethoden so:

Maßnahme Erreichbare Reduktion (BfS) Typische Kosten Ratgeber
Einfache Abdichtmaßnahmen (Risse, Fugen, Durchführungen) 0–25 % 500–2.000 € (Marktangabe, netto) Abdichten
Kellerentlüftung mit Kleinventilator, Unterdruckhaltung im Keller 50–80 % gering Richtig lüften
Isolierschichten in/auf Fußböden (mit Wänden) 50–90 % hoch, meist mit Komplettsanierung des Bodens Abdichten
Unterdruckhaltung unter dem Gebäude (Radonbrunnen, Radondrainage) 10–95 % Radonbrunnen ab ca. 500–1.500 € Absaugung & Radonbrunnen
Neue Isolierung im Fußboden plus Absaugung unter dem Gebäude bis 99 % hoch (Komplettsanierung) Absaugung & Radonbrunnen

Dass die Kombination wirkt, zeigen dokumentierte Sanierungsfälle aus Deutschland: In sieben Beispielen der KORA-Datenbank sank die Radonkonzentration um 87 bis 98 % – fast immer durch Abdichtung plus Radonbrunnen oder Radondrainage. Die WHO bestätigt: Schon passive Systeme senken die Innenraumwerte um mehr als die Hälfte, mit Ventilator noch weiter.

Was kostet eine Radonsanierung?

Der Forschungsbericht des BfS (2021) nennt für typische Radonsanierungen im Wohnbereich 500 bis 5.000 Euro; einzelne Fälle – etwa aufwendige Abdichtungen – liegen darüber, Fachfirmen kalkulieren für komplexe Absauganlagen bis rund 10.000 Euro netto. Ein Radonbrunnen ist mit 500 bis 1.500 Euro für ein Referenzhaus mit 100 m² oft die günstigste wirksame Lösung. Alle belegten Zahlen, Preisbeispiele und Spartipps finden Sie im Ratgeber Kosten der Radonsanierung – und ob es Zuschüsse gibt, unter Förderung.

Die umfassende Sanierung: wenn einfache Maßnahmen nicht reichen

Bleiben die Werte trotz Lüftungsregime und Abdichtung hoch, beschreibt das BfS-Radon-Handbuch die umfassende Radonsanierung. Ihre Bausteine:

  • Unterdruckerzeugung unter dem Gebäude über einen Schacht (Radonbrunnen) oder ein Rohrregister (Radondrainage) – das Herzstück der meisten erfolgreichen Sanierungen
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, so eingeregelt, dass im Haus kein Unterdruck entsteht (das Handbuch empfiehlt leichten Überdruck von maximal etwa 2 Pascal)
  • Abschluss des Treppenhauses zum Untergeschoss, idealerweise ein außenliegender Kellerabgang
  • keine Naturbodenkeller ohne Gegenmaßnahmen belassen

Zur umfassenden Sanierung gehört auch der Betrieb danach: ein Wartungsvertrag für die Lüftung (damit der Überdruckbetrieb erhalten bleibt) und ein Dauerauftrag für periodische Messungen. Welche Lösung zu Ihrem Haus passt, hängt von Baujahr, Bodenaufbau und Untergrund ab – die Ratgeber Radon im Altbau und Absaugung & Radonbrunnen gehen ins Detail.

Nachmessen: ohne Erfolgskontrolle keine Sanierung

Nach Abschluss der Arbeiten gilt: zeitnah nachmessen. Die sächsische Planungshilfe empfiehlt passive Detektoren über mindestens drei Monate; ist das nicht realisierbar, liefert eine Kurzzeitmessung von ein bis zwei Wochen zumindest eine grundsätzliche Aussage über den Erfolg. Wichtig für die Vergleichbarkeit: unter denselben Bedingungen und am Ort der Erstmessung messen. Bei ehemals über 1.000 Bq/m³ rät das BfS zu Kontrollmessungen im Fünfjahresabstand; Türdichtungen sollten Sie alle 5 bis 8 Jahre prüfen.

Für die schnelle Vorher-Nachher-Kontrolle eignet sich ein elektronisches Messgerät wie das Radon Eye RD200, das Sie bei uns mieten können. Beachten Sie: Das ist eine Orientierungsmessung – sie ersetzt keine Langzeitmessung über 3 bis 12 Monate mit passiven Detektoren einer anerkannten Stelle und ist keine Messung im Sinne des § 155 StrlSchV. Wie ein Messbericht aussieht, zeigt unsere Beispiel-Auswertung.

Sonderfälle: Altbau, energetische Sanierung, Neubau

  • Altbau: Häuser mit Natursteinkeller, Dielenböden auf Lehm oder ohne durchgehende Bodenplatte sind besonders durchlässig – der Ratgeber Radon im Altbau zeigt die typischen Schwachstellen.
  • Nach der Renovierung: Neue Fenster und Dämmung senken den Luftwechsel – die Radonkonzentration kann steigen. Was § 123 Abs. 4 StrlSchG dazu sagt: Energetische Sanierung und Radon.
  • Neubau: Bundesweit gilt die Pflicht, den Radonzutritt zu verhindern oder erheblich zu erschweren; in Radon-Vorsorgegebieten kommen Zusatzmaßnahmen hinzu – alle Details unter Radonschutz im Neubau.
  • Bergbauregionen: In Teilen von Sachsen und Thüringen spielen Hinterlassenschaften des Uranbergbaus eine Rolle – siehe Radon und Altlasten.

Lohnt sich das? Sanierung, Gesundheit und Immobilienwert

Der gesundheitliche Nutzen ist unstrittig: Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs; das BfS führt rund 6 % der Lungenkrebstodesfälle in Deutschland – etwa 2.800 pro Jahr – auf Radon in Innenräumen zurück. Ausführlich dazu: Radon und Lungenkrebs und die Risiko-Einordnung ohne Panik.

Auch wirtschaftlich spricht wenig dagegen: Mit typischen Kosten von 500 bis 5.000 Euro ist die Sanierung im Verhältnis zum Immobilienwert überschaubar. Für Deutschland gibt es keine belastbaren Studien zur Wertminderung durch Radon; eine englische Untersuchung (LSE, 2021) fand Preisabschläge von etwa 1,6 % in Gebieten, deren ausgewiesenes Radonrisiko gestiegen war. Ein dokumentiert saniertes Haus mit Nachmessung ist beim Verkauf jedenfalls das bessere Argument als ein offenes Fragezeichen.

Wann Sie eine Fachfirma brauchen

Einfache Abdichtungen und ein besseres Lüftungsregime schaffen viele Eigentümer selbst. Bei Jahresmittelwerten deutlich über dem Referenzwert, vor aufwendigen baulichen Maßnahmen oder wenn erste Maßnahmen nicht wirken, empfiehlt sich eine Radon-Fachperson: Sie findet die Eintrittspfade, plant die passende Maßnahmenkombination und begleitet die Erfolgskontrolle. Woran Sie qualifizierte Anbieter erkennen und was eine Beratung kostet, lesen Sie unter Radon-Fachperson und Sanierungsfirma finden.

Rechtlicher Hinweis: Für private Bestandswohngebäude besteht keine gesetzliche Mess- oder Sanierungspflicht. An Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss in Radonvorsorgegebieten gilt dagegen eine Messpflicht (§ 127 StrlSchG); wird der Referenzwert überschritten, sind unverzüglich Reduzierungsmaßnahmen zu ergreifen. Details unter Messpflicht am Arbeitsplatz.

Die fünf häufigsten Fehler bei der Radonsanierung

  1. Sanieren ohne solide Messgrundlage: Wer nach einem einzelnen Kurzzeitwert teuer baut, saniert womöglich am Problem vorbei. Erst messen – auch die Ursachen.
  2. Sommerwerte als Entwarnung lesen: Im Sommer liegen die Werte meist unter dem Jahresmittel; ein niedriger Sommerwert schließt eine Überschreitung im Winter nicht aus.
  3. Abdichten als Alleinlösung erwarten: 0–25 % Reduktion laut BfS – ohne Kombination mit Lüftung oder Absaugung bleibt der Effekt oft hinter den Erwartungen zurück.
  4. Den Unterdruck ignorieren: Neue Abluftanlagen oder ein offener Kelleraufgang können jede Abdichtung unterlaufen.
  5. Die Nachmessung vergessen: Ohne Erfolgskontrolle wissen Sie nicht, ob die Investition gewirkt hat – und verpassen den Zeitpunkt zum Nachbessern. Auch typische Radon-Mythen führen immer wieder zu Fehlentscheidungen.

Alle Ratgeber zu Sanierung & Bauen

Grundlagenwissen finden Sie im Silo Radon-Wissen, gesundheitliche Fragen beantwortet Wie gefährlich ist Radon?, und ob Ihre Region betroffen ist, zeigt die Radon-Karte Deutschland.

Häufige Fragen

Was tun bei zu hohen Radon-Werten?

Bewahren Sie Ruhe: Radon wirkt über Jahre und Jahrzehnte, nicht über Nacht. Erste Schritte sind regelmäßiges Stoß- und Querlüften, das Abdichten sichtbarer Risse und Durchführungen sowie eine dichte Kellertür. Prüfen Sie den Erfolg durch erneutes Messen – reichen die einfachen Maßnahmen nicht, kommen Lüftungstechnik oder eine Absaugung unter der Bodenplatte infrage.

Welche Sanierungsmaßnahmen gibt es?

Das BfS und die Länder unterscheiden vier Gruppen: Sofortmaßnahmen (Lüften, Umnutzung, Unterdruck im Haus beseitigen), Abdichtungen (Risse, Fugen, Durchführungen, Kellertür), Radonabsaugung (Radonbrunnen, Radondrainage, Hohlraumabsaugung) und lüftungstechnische Maßnahmen (dezentrale oder zentrale Lüftungsanlagen, idealerweise mit Wärmerückgewinnung). Meist wird kombiniert.

Was ist am wirksamsten?

Die Unterdruckhaltung unter dem Gebäude – also Radonbrunnen oder Radondrainage – erreicht laut BfS-Radon-Handbuch 10 bis 95 % Reduktion, kombiniert mit neuen Isolierschichten im Fußboden bis zu 99 %. Einfache Abdichtmaßnahmen allein bringen dagegen nur 0 bis 25 %.

Wie lange dauert eine Radonsanierung?

Einfache Maßnahmen wie Abdichten und ein neues Lüftungsregime sind in Tagen umgesetzt. Für bauliche Maßnahmen empfehlen die Radon-Fachstellen (Österreich/Schweiz/Süddeutschland) einen Abschluss innerhalb von drei Jahren bei Jahresmittelwerten über 1.000 Bq/m³, innerhalb eines Jahres bei über 5.000 Bq/m³. Dazu kommt die Nachmessung über mehrere Monate.

Muss ich nach der Sanierung nachmessen?

Ja – nur die Messung nach Abschluss der Arbeiten zeigt, ob die Sanierung wirkt. Empfohlen sind passive Detektoren über mindestens drei Monate; eine Kurzzeitmessung von ein bis zwei Wochen liefert vorab eine grundsätzliche Aussage. Bei ehemals über 1.000 Bq/m³ rät das BfS zusätzlich zu Kontrollmessungen im Fünfjahresabstand.

Brauche ich eine Fachfirma?

Nicht immer. Lüften, Türdichtungen und das Verschließen von Rissen und Rohrdurchführungen sind laut BfS und LfU Bayern auch für Heimwerker machbar. Für Absauganlagen, Radonbrunnen und flächige Abdichtungen empfiehlt sich eine Radon-Fachperson oder ein erfahrener Fachbetrieb – mit Erfolgskontrolle durch Messung.

Bin ich gesetzlich zur Sanierung verpflichtet?

In privaten Bestandswohngebäuden nein: Der Referenzwert von 300 Bq/m³ ist kein Grenzwert, Maßnahmen sind freiwillig. Anders an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss in Radonvorsorgegebieten: Dort besteht eine Messpflicht, und bei Überschreitung des Referenzwerts müssen unverzüglich Reduzierungsmaßnahmen ergriffen werden.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. BfS – Schutzmaßnahmen: Was kann ich tun? Was muss ich tun?
  2. BfS – Radon-Handbuch Deutschland (2019)
  3. Freistaat Sachsen – Radonschutzmaßnahmen: Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten
  4. BfS-Forschungsbericht 3620S12282 – Wirkung staatlicher Fördermaßnahmen auf Radonsanierungen im Wohnbereich (2021)
  5. Radon-Fachstellen AT/CH/Süddeutschland/Südtirol – Radon-Sanierungsmaßnahmen bei bestehenden Gebäuden (2021)
  6. § 124 StrlSchG – Referenzwert für Aufenthaltsräume
  7. WHO – Fact sheet Radon and health (2023)

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