Radon-Wissen

Radon-Glossar: Fachbegriffe von A wie Aktivitätskonzentration bis Z wie Zerfallsprodukt

Aktivitätskonzentration, Becquerel, Exposimeter, Jahresmittel, Kernspurdetektor, Referenzwert, Vorsorgegebiet: die wichtigsten Radon-Begriffe kurz erklärt.

Kurz und verständlich: die wichtigsten Fachbegriffe rund um Radon, Messung und Sanierung – alphabetisch sortiert und mit Links zu den passenden Ratgeber-Artikeln.

Abdichtung

Bauliche Maßnahme gegen Radon: Risse, Fugen und Leitungsdurchführungen in erdberührten Bauteilen werden verschlossen, damit weniger radonhaltige Bodenluft ins Gebäude gelangt. Die Abdichtung gehört zu den grundlegenden Sanierungsmaßnahmen. Mehr dazu: Abdichten von Keller und Bodenplatte.

Aktivitätskonzentration

Maß dafür, wie viel Radioaktivität in einem bestimmten Luftvolumen steckt. Bei Radon wird sie in Becquerel je Kubikmeter Luft (Bq/m³) angegeben und ist die zentrale Messgröße jeder Radonmessung. Wie Sie Werte einordnen, zeigt die Radon-Werte-Tabelle.

Alphastrahlung

Teilchenstrahlung, die beim Zerfall von Radon und seinen Folgeprodukten entsteht. Sie hat in Luft nur eine geringe Reichweite und wird schon von der Haut abgeschirmt – eingeatmet kann sie jedoch das Lungengewebe schädigen. Deshalb ist Radon vor allem ein Thema für die Gesundheit der Atemwege.

Anerkannte Stelle

Vom Bundesamt für Strahlenschutz nach § 155 StrlSchV anerkannter Anbieter, dessen Messgeräte und Auswertungen für gesetzliche Pflichtmessungen – etwa an Arbeitsplätzen – vorgeschrieben sind. Das BfS veröffentlicht eine Liste der anerkannten Stellen. Eine private Orientierungsmessung, wie unsere Mietmessung, ist keine Messung durch eine anerkannte Stelle.

Becquerel (Bq)

Internationale Einheit der Radioaktivität: 1 Becquerel entspricht einem Atomkernzerfall pro Sekunde. Für Radon in Innenräumen wird die Aktivitätskonzentration in Becquerel je Kubikmeter Luft (Bq/m³) angegeben – der Wert, den auch das Display des Messgeräts zeigt.

Bodenluft

Die Luft in den Poren und Hohlräumen des Erdreichs. Sie enthält je nach Geologie mehr oder weniger Radon und kann über Undichtigkeiten in erdberührten Bauteilen ins Gebäude gelangen. Wie das geschieht, erklärt Woher kommt Radon ins Haus?.

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Deutsche Bundesbehörde für Strahlenschutzfragen. Das BfS informiert über Radon, empfiehlt Messungen, erkennt Messstellen an und stellt Karten zum Radonpotenzial bereit. Viele Fachaussagen auf dieser Website stützen sich auf BfS-Veröffentlichungen.

Diffusion

Langsamer Transportweg, bei dem Radon aufgrund von Konzentrationsunterschieden durch Materialien oder kleine Öffnungen wandert. Neben der Konvektion einer der beiden Wege, auf denen Radon aus dem Boden in Gebäude gelangt.

Edelgas

Chemisch kaum reaktionsfähiges Gas. Radon ist ein Edelgas: Es bindet sich nicht an andere Stoffe, verteilt sich frei in der Raumluft und lässt sich weder sehen noch riechen oder schmecken – nachweisbar ist es nur durch Messung.

Exposimeter

Kleines passives Messgerät (meist mit Kernspurdetektor), das über Wochen bis Monate im Raum liegt und anschließend in einem Labor ausgewertet wird. Exposimeter anerkannter Stellen sind das Standardwerkzeug für Langzeitmessungen.

Exposition

Das Ausmaß, in dem ein Mensch Radon ausgesetzt ist – bestimmt durch die Höhe der Radonkonzentration und die Aufenthaltsdauer. Je höher und länger die Exposition, desto größer das gesundheitliche Risiko. Zur Einordnung: Wie gefährlich ist Radon?

Halbwertszeit

Zeitspanne, nach der die Hälfte der Atome eines radioaktiven Stoffs zerfallen ist. Radon zerfällt vergleichsweise schnell in seine Folgeprodukte; für die Belastung der Raumluft entscheidend ist deshalb der ständige Nachschub aus dem Untergrund.

Ionisationskammer

Messprinzip elektronischer Radonmessgeräte: In einer Kammer erzeugt die Strahlung des zerfallenden Radons elektrische Signale, die gezählt und in eine Aktivitätskonzentration umgerechnet werden. Auch das RadonEye RD200 arbeitet nach diesem Prinzip.

Jahresmittelwert

Durchschnitt der Radonkonzentration über ein ganzes Jahr. Auf ihn bezieht sich der gesetzliche Referenzwert von 300 Bq/m³ – nicht auf einzelne Tages- oder Wochenwerte, die stark schwanken können. Warum das wichtig ist: Messwerte verstehen.

Kernspurdetektor

Passives Messelement, in dem Alphateilchen mikroskopische Spuren in einem Kunststoff hinterlassen. Die Spuren werden im Labor gezählt und ergeben die mittlere Radonkonzentration über den Messzeitraum. Kernspurdetektoren sind typisch für Langzeitmessungen anerkannter Stellen.

Konvektion

Strömungsbedingter Transport von Bodenluft ins Gebäude, angetrieben durch Druckunterschiede – etwa durch den „Kamineffekt“ warmer Gebäude oder durch Wind. Konvektion ist meist der wirksamere Eintragsweg für Radon als die Diffusion.

Kurzzeitmessung

Messung über Tage bis wenige Wochen, zum Beispiel mit einem gemieteten elektronischen Messgerät. Sie liefert eine schnelle Orientierung und zeigt Verlaufsmuster, ersetzt aber keine Langzeitmessung, weil Radonwerte mit Jahreszeit, Wetter und Lüftung schwanken. Mehr: Wie lange messen?

Langzeitmessung

Messung über mehrere Monate, ideal über zwölf Monate, meist mit passiven Exposimetern. Sie liefert den belastbaren Jahresmittelwert, auf den sich der Referenzwert bezieht – und ist bei gesetzlichen Pflichtmessungen vorgeschrieben.

Lüften (Stoßlüften)

Einfachste Sofortmaßnahme gegen erhöhte Radonwerte: Regelmäßiges Stoßlüften tauscht die radonhaltige Raumluft gegen Frischluft aus und senkt die Konzentration kurzfristig. Als dauerhafte Lösung reicht Lüften allein oft nicht – mehr dazu unter Richtig lüften.

Messpflicht am Arbeitsplatz

Gesetzliche Pflicht nach § 127 StrlSchG: In Radonvorsorgegebieten müssen Arbeitsplätze im Erd- und Kellergeschoss sowie bestimmte Arbeitsfelder gemessen werden – mit Geräten einer anerkannten Stelle über zwölf Monate. Details: Messpflicht am Arbeitsplatz.

Orientierungsmessung

Messung zur ersten Einschätzung der Radonsituation, etwa mit einem gemieteten elektronischen Messgerät. Sie zeigt, ob ein Radonproblem wahrscheinlich ist und wo sich genaueres Hinsehen lohnt – sie ist keine amtliche Messung und erfüllt keine gesetzlichen Messpflichten. So läuft sie ab: So funktioniert’s.

Picocurie (pCi/l)

In den USA übliche Einheit für die Radonkonzentration. 1 pCi/l entspricht 37 Bq/m³ – nützlich zu wissen, wenn Sie englischsprachige Quellen oder Gerätedaten lesen.

Radium

Radioaktives Element, das in der Uran-Zerfallsreihe entsteht und in Gesteinen und Böden vorkommt. Beim Zerfall von Radium entsteht Radon – das Gas ist also ein natürliches Zwischenprodukt dieser Zerfallskette.

Radon (Radon-222)

Natürliches radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Radium im Boden entsteht. Es kann sich in Gebäuden anreichern und ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs; nach Angaben des BfS gehen in Deutschland rund 6 % aller Lungenkrebstodesfälle – etwa 2.800 pro Jahr (Zeitraum 2018–2022) – auf Radon zurück. Grundlagen: Was ist Radon?

Radonbrunnen

Sanierungstechnik, bei der die radonhaltige Bodenluft neben oder unter dem Gebäude über einen Schacht mit Absaugung gefasst und kontrolliert abgeführt wird, bevor sie ins Haus eindringen kann. Mehr dazu: Absaugung & Radonbrunnen.

RadonEye RD200

Elektronisches Radonmessgerät des Herstellers FTLab mit Ionisationskammer, das den Messwertverlauf kontinuierlich aufzeichnet und aktuelle Werte am Display anzeigt. Es ist das Gerät, das Sie bei uns mieten können (Radon-Messgerät mieten) – ausführlich vorgestellt unter Radon Eye RD200 im Detail.

Radonfachperson

Speziell zu Radon fortgebildete Fachleute (z. B. aus Bauwesen oder Umwelttechnik), die Gebäude beurteilen und Sanierungsmaßnahmen planen. Bei dauerhaft erhöhten Werten ist ihre Beratung der empfohlene nächste Schritt nach der Messung.

Radonkarte

Karte, die das regionale Radonpotenzial oder die Radonkonzentration in der Bodenluft darstellt – in Deutschland veröffentlicht vom BfS. Sie zeigt Wahrscheinlichkeiten, ersetzt aber keine Messung im konkreten Gebäude. Zur Übersicht: Radon-Karte Deutschland.

Radonsanierung

Alle Maßnahmen, die die Radonkonzentration in einem Gebäude dauerhaft senken – vom Abdichten über geänderte Lüftung bis zur Absaugung unter der Bodenplatte. Überblick und Wirksamkeit: Radon-Sanierung, Kosten: Sanierungskosten.

Radonsicheres Bauen

Vorbeugender Radonschutz beim Neubau, etwa durch eine durchgehende, radondichte Bodenplatte, abgedichtete Durchführungen und vorbereitete Absaugmöglichkeiten. Im Neubau ist Radonschutz deutlich günstiger als jede spätere Sanierung: Radonsicher bauen.

Radon-Vorsorgegebiet

Nach § 121 StrlSchG festgelegtes Gebiet, in dem in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden erhöhte Radonwerte erwartet werden. Dort gelten besondere Pflichten – unter anderem die Messpflicht für bestimmte Arbeitsplätze und Anforderungen an Neubauten. Übersicht: Radon-Vorsorgegebiete.

Referenzwert

Gesetzlicher Maßstab für die Bewertung der Radonkonzentration: 300 Bq/m³ als Jahresmittelwert für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze (§§ 124, 126 StrlSchG). Der Referenzwert ist kein Grenzwert, dessen Einhaltung Unbedenklichkeit garantiert – auch darunter sind Risiken nicht ausgeschlossen. Einordnung: Grenzwert & Referenzwert.

Sievert (Sv)

Einheit der Strahlendosis, die die biologische Wirkung ionisierender Strahlung auf den Menschen beschreibt. Während Becquerel angibt, wie viel zerfällt, beschreibt Sievert, was das für den Körper bedeutet.

Strahlenschutzgesetz (StrlSchG)

Zentrales deutsches Gesetz zum Schutz vor ionisierender Strahlung. Es enthält die Radon-Regelungen, darunter den Referenzwert (§§ 124, 126), die Vorsorgegebiete (§ 121) und die Messpflicht an Arbeitsplätzen (§ 127).

Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)

Verordnung mit den Detailregeln zum Strahlenschutzgesetz. Für Radon regelt sie unter anderem, wie Pflichtmessungen durchzuführen sind und welche Anforderungen anerkannte Stellen erfüllen müssen (§ 155 StrlSchV).

Thoron (Radon-220)

Isotop des Radons aus der Thorium-Zerfallsreihe. Wegen seiner deutlich kürzeren Halbwertszeit legt es nur kurze Wege zurück und spielt in Innenräumen meist eine untergeordnete Rolle; mit „Radon“ ist in der Regel Radon-222 gemeint.

Unterbodenabsaugung

Wirksame Sanierungstechnik: Unter der Bodenplatte wird ein leichter Unterdruck erzeugt, sodass die radonhaltige Bodenluft abgesaugt wird, bevor sie ins Gebäude eindringen kann. Details: Absaugung & Radonbrunnen.

Uran

Natürliches radioaktives Element, das in vielen Gesteinen vorkommt. Am Anfang der Zerfallsreihe stehend, ist Uran die ursprüngliche Quelle des Radons: Über mehrere Zwischenschritte (u. a. Radium) entsteht daraus das Gas Radon.

WHO-Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Radonkonzentration in Wohnräumen möglichst unter 100 Bq/m³ zu halten. Die Empfehlung liegt damit deutlich unter dem deutschen Referenzwert von 300 Bq/m³ und dient als strengere Orientierungsmarke.

Zerfallsprodukte

Kurzlebige radioaktive Stoffe, die beim Zerfall von Radon entstehen und sich an Schwebeteilchen in der Luft anlagern. Eingeatmet setzen sie ihre Strahlung direkt im Lungengewebe frei – sie sind der Hauptgrund für das Lungenkrebsrisiko durch Radon.

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