Radon messen
Kostenlose Radonmessung: Messprogramme der Bundesländer (Stand 2026)
Wo gibt es Radon-Messungen gratis? NRW (Nordeifel), Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt – Bedingungen, Dauer und Anmeldung im Überblick.
Ja, es gibt kostenlose Radonmessungen – aber nicht überall und nicht für jeden. Mehrere Bundesländer verteilen im Rahmen von Messprogrammen kostenlose passive Detektoren an Privathaushalte, meist für eine 12-Monats-Messung und begrenzt auf bestimmte Regionen, Gebäudetypen oder Jahreskontingente. Diese Übersicht zeigt, welche Programme es Stand 2026 gibt, wer teilnehmen kann und was Sie tun, wenn kein Programm für Sie infrage kommt.
- Die Landesprogramme im Überblick
- So läuft die Teilnahme typischerweise ab
- Warum die Programme meist 12 Monate dauern
- Wenn Sie nicht teilnehmen können
- Lohnt sich das Warten auf ein Programm?
Die Landesprogramme im Überblick
| Bundesland | Programm | Für wen / Bedingungen | Dauer |
|---|---|---|---|
| Sachsen | Messprogramme der Radonberatungsstelle (BfUL) | u. a. vollunterkellerte Massivhäuser mit Wohnräumen im Erdgeschoss (1.000 Exposimeter/Jahr), regionale Programme in 9 Gemeinden Mittelsachsens und 7 Gemeinden im Kreis Meißen (je 500/Jahr), Gebäude über Hohlräumen; kein Rechtsanspruch | 12 Monate |
| Nordrhein-Westfalen | Radon-Messprogramm der Zentralen Radonstelle (2024–2025) | Einwohner der Nordeifel-Kommunen Roetgen, Monschau, Simmerath, Nideggen, Hürtgenwald, Langerwehe und Stolberg; nur Rückporto von rund 3 € | 12 Monate |
| Baden-Württemberg | Radon-Messprogramm des Umweltministeriums | 2023: 1.600 Haushalte mit je 2 Detektoren; 2025 deutlich größer neu aufgelegt (laufend); Beratung über die LUBW-Radonberatungsstelle | 12 Monate |
| Thüringen | Kostenlose Radonermittlung des TLUBN | Haus- und Wohnungseigentümer (Dosimeter für Aufenthaltsräume); neues Programm ab Juni 2026 angekündigt; Radon-Hotline 0361 57 3943943 | 12 Monate |
| Sachsen-Anhalt | Kostenlose Messboxen des Umweltministeriums (MWU) | Privatwohnungen; Programm 2022 gestartet und erneut aufgelegt, Fokus u. a. Harz, Burgenlandkreis, Saalekreis, Mansfeld-Südharz | mehrmonatig bis 12 Monate |
| Hessen | Innenraum-Messkampagne des Landes (mit dem Hessischen Radonzentrum) | 3.000 Haushalte mit je 2 Exposimetern; erster Teil im September 2024 abgeschlossen – aktuelle Teilnahmemöglichkeiten beim Radonzentrum erfragen | 12 Monate |
Für Bayern ist uns kein landesweites Gratis-Programm für Privathaushalte bekannt; dort verweist das Landesamt für Umwelt auf passive Detektoren (30–50 €) und bietet kostenlose Beratung über die Radon-Fachstelle Bayern. Auch in den übrigen Ländern lohnt der Blick auf die Seiten der Strahlenschutzbehörden – teils gibt es kostenlose Beratung (etwa die Radonberatungsstellen in Sachsen, NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg), auch wenn keine Gratis-Detektoren verteilt werden.
Stand beachten: Messprogramme sind Momentaufnahmen – Kontingente werden ausgeschöpft, Programme laufen aus oder werden neu aufgelegt (Stand dieser Übersicht: August 2026). Verbindlich sind allein die Angaben der jeweiligen Landesbehörde. Die Verlinkungen zu den Programmen finden Sie in den Quellen am Ende dieser Seite.
So läuft die Teilnahme typischerweise ab
Die Programme ähneln sich im Ablauf – am Beispiel des NRW-Messprogramms:
- Anmelden: online oder telefonisch bei der zuständigen Landesstelle; teils entscheidet die Reihenfolge der Anmeldungen (Kontingente).
- Detektoren erhalten: Sie bekommen in der Regel zwei passive Kernspurdetektoren per Post, mit Anleitung und Protokollbogen.
- Aufstellen: in zwei häufig genutzten Wohnräumen, z. B. Wohn- und Schlafzimmer – die Platzierungsregeln entsprechen denen in unserem Artikel Messgerät richtig aufstellen.
- 12 Monate messen: einfach liegen lassen und normal wohnen.
- Zurücksenden und Ergebnis erhalten: Nach Ablauf senden Sie die Detektoren ein (in NRW zahlen Sie nur das Rückporto von rund 3 €) und erhalten die Auswertung.
Nebeneffekt für die Allgemeinheit: Die Länder gewinnen mit den Programmen Daten für ihre Radonvorsorge – Ihre Teilnahme verbessert also auch die Radon-Karten.
Warum die Programme meist 12 Monate dauern
Alle seriösen Programme setzen auf Langzeitmessungen, denn der gesetzliche Referenzwert von 300 Bq/m³ bezieht sich auf das Jahresmittel – und die Radonkonzentration schwankt stark mit Jahreszeit und Lüftungsverhalten. Eine 12-Monats-Messung gleicht das alles aus. Das bedeutet aber auch: Von der Anmeldung bis zum Ergebnis vergeht gut ein Jahr. Wer eine schnellere Antwort braucht – etwa vor einem Hauskauf oder bei konkretem Verdacht –, kombiniert das Programm mit einer kurzfristigen Orientierungsmessung. Warum beide Ansätze zusammengehören, erklärt Wie lange Radon messen?
Wenn Sie nicht teilnehmen können
Kein Programm in Ihrer Region, Kontingent erschöpft oder Ihr Gebäude passt nicht ins Raster? Dann bleibt die Messung trotzdem erschwinglich:
- Passive Detektoren auf eigene Rechnung: 30–50 € je Stück inklusive Laborauswertung (BfS-Angabe) – der gleiche Gerätetyp, den auch die Landesprogramme nutzen. Ablauf und Anbieter: Passive Messung mit Exposimeter.
- Elektronische Orientierungsmessung: Unser RadonEye-Mietgerät liefert ab 29,00 € für 7 Tage sofort Stundenwerte samt PDF-Auswertung – ideal, wenn Sie nicht ein Jahr warten wollen. Zu beachten: Das ist eine Orientierung, kein Jahresmittelwert.
- Kostenlose Beratung nutzen: Auch ohne Gratis-Detektoren beraten die Radonstellen der Länder kostenlos zu Messung und Maßnahmen – in Sachsen etwa die Radonberatungsstelle der BfUL, in NRW die Zentrale Radonstelle.
Alle Preise und Sparstrategien im Detail: Was kostet eine Radonmessung?
Lohnt sich das Warten auf ein Programm?
Eine ehrliche Abwägung: Wenn Ihr Bundesland ein laufendes Programm hat und Sie keine akute Frage klären müssen, ist die kostenlose 12-Monats-Messung ein hervorragendes Angebot – professionell ausgewertet und methodisch sauber. Wenn Sie dagegen in einem Radon-Vorsorgegebiet wohnen, viel Zeit im Keller oder Erdgeschoss verbringen oder gerade eine Kauf- oder Sanierungsentscheidung ansteht, sollten Sie nicht auf das nächste Programmfenster warten: Für unter 100 Euro verschaffen Sie sich binnen ein bis zwei Wochen Klarheit über die Größenordnung – und hängen die Langzeitmessung einfach an. Den Gesamtüberblick über Methoden und Vorgehen gibt der Ratgeber Radon messen.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich eine kostenlose Radonmessung?
Mehrere Bundesländer bieten kostenlose Messprogramme an: Sachsen (Radonberatungsstelle, u. a. für vollunterkellerte Wohngebäude), Thüringen (TLUBN, neues Programm ab Juni 2026), Sachsen-Anhalt (kostenlose Messboxen für Privatwohnungen), Baden-Württemberg (Radon-Messprogramm, 2025 neu aufgelegt) und NRW regional in der Nordeifel. Die Programme sind meist auf Kontingente, Regionen oder Gebäudetypen begrenzt – ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Gibt es in Bayern kostenlose Messungen?
Ein landesweites Gratis-Messprogramm für Privathaushalte gab es in Bayern nach aktuellem Recherchestand zuletzt nicht. Das LfU Bayern verweist auf passive Detektoren für 30 bis 50 Euro und bietet mit der Radon-Fachstelle Bayern eine kostenlose Beratung; im Vorsorgegebiet Landkreis Wunsiedel gibt es eine eigene, vom Land finanzierte Informationsstelle Radon. Prüfen Sie die aktuellen Angebote direkt beim LfU – Programme ändern sich.
Wie lange dauern die Programm-Messungen?
In der Regel zwölf Monate: Die Landesprogramme setzen fast durchweg auf passive Kernspurdetektoren über ein volles Jahr, weil nur so ein belastbarer Jahresmittelwert entsteht – so etwa das NRW-Messprogramm (12 Monate) und die sächsischen Programme. Sie erhalten die Detektoren per Post, stellen sie nach Anleitung auf und senden sie nach Ablauf zur Auswertung zurück.
Was tun, wenn ich nicht teilnehmen kann?
Dann bleibt die Messung trotzdem bezahlbar: Passive Detektoren kosten 30 bis 50 Euro je Stück inklusive Laborauswertung, eine elektronische Orientierungsmessung per Mietgerät gibt es bei uns ab 29,00 € für sieben Tage inklusive Versand und PDF-Auswertung. Für die schnelle erste Einschätzung ist das Mietgerät sogar oft die bessere Wahl, weil Sie nicht ein Jahr auf das Ergebnis warten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Zentrale Radonstelle NRW – Radon-Messprogramm 2024–2025
- UM Baden-Württemberg – Radon-Messprogramm (Stand 13.03.2026)
- Sachsen – Messprogramme des Freistaates (strahlenschutz.sachsen.de)
- TLUBN Thüringen – Schutz vor Radon / kostenloses Messangebot
- MWU Sachsen-Anhalt – Programm zur Radonmessung für Privatwohnungen (kostenlose Messboxen)
- Hessisches Radonzentrum (THM) – Hessen hat Radon gemessen (23.09.2024)
- BfS – Wie kann ich Radon messen (lassen)? (Stand 09.03.2026)
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