Sanierung & Bauen
Was kostet eine Radonsanierung? Preise 2026 nach Maßnahme
Abdichten 500–2.000 €, Radonbrunnen ab 500 €, Absaugung bis 10.000 €: Kostenrahmen von BfS, Behörden und Fachfirmen – plus Förderung und Spartipps.
Eine Radonsanierung ist meist günstiger als gedacht: Typische Projekte im Wohnbereich kosten 500 bis 5.000 Euro, und oft reicht ein Radonbrunnen für einige hundert Euro. Teuer wird es erst, wenn der komplette Fußbodenaufbau erneuert werden muss. Hier finden Sie alle belegten Kostenspannen – nach Maßnahme sortiert, mit Preisstand und Rechenbeispiel.
- Was kostet eine Radonsanierung?
- Kostenüberblick: alle Maßnahmen auf einen Blick
- Abdichten: der günstige Einstieg
- Absaugung und Radonbrunnen: viel Wirkung fürs Geld
- Lüftung: von fast kostenlos bis achttausend Euro
- Nebenkosten nicht vergessen: Messung und Beratung
- Rechenbeispiel: Einfamilienhaus, 450 Bq/m³ im Wohnzimmer
- Angebote vergleichen: worauf Sie bei Preisen achten sollten
- Förderung: was es gibt – und was nicht
Was kostet eine Radonsanierung?
Typische Radonsanierungen im Wohnbereich kosten laut BfS-Forschungsbericht (2021) 500 bis 5.000 Euro; Fachfirmen nennen als Gesamtspanne rund 500 bis 10.000 Euro netto. Abdichten von Rissen und Fugen beginnt bei etwa 500 Euro, ein Radonbrunnen liegt bei 500 bis 1.500 Euro, Absauganlagen bei 5.000 bis 10.000 Euro. Nachbesserungen können bis zu 30 % der Erstkosten zusätzlich kosten.
Kostenüberblick: alle Maßnahmen auf einen Blick
Die folgenden Spannen stammen aus dem BfS-Forschungsbericht 3620S12282 (2021), der sächsischen Planungshilfe „Radonschutzmaßnahmen“ (Preisstand 2017/18) und – als Marktorientierung gekennzeichnet – von einer Radon-Fachfirma (Abruf September 2026). Welche Maßnahme wann sinnvoll ist, zeigt Radon-Sanierung im Überblick.
| Maßnahme | Kostenrahmen | Preisstand | Quelle |
|---|---|---|---|
| Risse, Fugen, Durchführungen abdichten | 500–2.000 € (netto) | Abruf 09/2026 | Fachfirma (Marktangabe) |
| Direktabsaugung ohne Schacht (punktuell) | 500–600 € | 2017/18 | Sachsen, Planungshilfe |
| Radonbrunnen, Referenzhaus 100 m² | 500–1.500 € | 2021 | BfS-Bericht 3620 |
| Radonbrunnen mit gemauertem Schacht | ca. 820–1.550 € | 2017/18 | Sachsen, Planungshilfe |
| Radonbrunnen, dokumentierte deutsche Fälle (KORA-Datenbank) | 1.400–3.500 € | 2021 (Bericht) | BfS-Bericht 3620 |
| Einfache Lüftungssysteme | ab ca. 2.000 € (netto) | Abruf 09/2026 | Fachfirma (Marktangabe) |
| Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung | bis 8.000 € und mehr (netto) | Abruf 09/2026 | Fachfirma (Marktangabe) |
| Absaugsystem (einfach bis komplex) | ca. 5.000–10.000 € und mehr (netto) | Abruf 09/2026 | Fachfirma (Marktangabe) |
| Radondrainage, dokumentierte deutsche Fälle (KORA-Datenbank) | 6.000–11.900 € | 2021 (Bericht) | BfS-Bericht 3620 |
| Komplettsanierung Fußboden inkl. neuer Bodenplatte (100 m²) | ca. 38.000 € gesamt; Mehrkosten Drainage darin nur 900–2.900 € | 2017/18 | Sachsen, Planungshilfe |
Zwei Lesehinweise: Die sächsischen Beispielzahlen beruhen auf Preisstand um 2017/2018 – seither sind die Baukosten allgemein gestiegen. Und bei veröffentlichten Beispielkosten ist oft unklar, ob nur die Radonsanierung oder ohnehin anfallende Baumaßnahmen enthalten sind. Der BfS-Bericht ergänzt: Nachbesserungen nach der ersten Sanierung kosten bis zu 30 % der Erstkosten zusätzlich, und die Preise sind wegen der gesetzlichen Sanierungspflicht an Arbeitsplätzen zuletzt gestiegen.
Abdichten: der günstige Einstieg
Das Verschließen von Rissen, Fugen und Rohrdurchführungen mit elastischen Dichtstoffen kostet als Handwerkerleistung etwa 500 bis 2.000 Euro netto – in Eigenleistung deutlich weniger, denn Silikon und Dichtprofile für die Kellertür sind Baumarktware. Wichtig für die Erwartung: Einfache Abdichtmaßnahmen senken die Radonkonzentration laut BfS-Radon-Handbuch nur um 0 bis 25 % und werden vor allem im Bereich bis etwa 1.000 Bq/m³ eingesetzt – meist in Kombination mit anderen Maßnahmen. Alle Details lesen Sie im Ratgeber Radon abdichten.
Absaugung und Radonbrunnen: viel Wirkung fürs Geld
Die Unterdruckhaltung unter dem Gebäude gilt als wirksamste Maßnahme (10–95 % Reduktion, kombiniert mit neuen Isolierschichten bis 99 %). Die sächsische Planungshilfe rechnet für ein Einfamilienhaus mit 100 m² Grundfläche vor:
- punktuelle Direktabsaugung ohne Schacht: 500–600 €
- Radonbrunnen mit gemauertem Schacht neben dem Haus: je nach Größe ca. 820–1.550 €
- Radonbrunnen unter der Bodenplatte: 1.100–1.300 €
- Baukosten passive Variante ca. 350–400 €, aktive ca. 300–360 € – plus Betriebskosten von rund 125–130 € pro Jahr für den Ventilator
Wird der Fußboden ohnehin komplett erneuert, ist die Radondrainage ein Schnäppchen: Bei vorhandener Kiesschicht betragen die Mehrkosten nur rund 900 Euro, muss die Kiesschicht eigens eingebaut werden etwa 2.900 Euro – bei Gesamtkosten der Bodensanierung von rund 38.000 Euro. Funktionsweise und Varianten erklärt der Ratgeber Absaugung und Radonbrunnen.
Lüftung: von fast kostenlos bis achttausend Euro
Verändertes Lüftungsverhalten kostet nichts, wirkt aber nur kurz. Ein Kleinventilator zur Kellerentlüftung ist günstig und erreicht laut BfS-Radon-Handbuch 50 bis 80 % Reduktion. Für Lüftungsanlagen gibt es keine radonspezifischen Behördenpreise; eine Fachfirma nennt als Orientierung ab 2.000 Euro netto für einfache Systeme und bis 8.000 Euro und mehr für kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Letztere senkt nebenbei die Heizkosten und funktioniert unabhängig vom Nutzerverhalten. Mehr dazu unter Radon und Lüften.
Nebenkosten nicht vergessen: Messung und Beratung
- Passive Langzeitmessung (Kernspurdetektor inkl. Laborauswertung): laut BfS 30 bis 50 Euro pro Detektor – vor und nach der Sanierung sinnvoll, siehe Wie lange messen?
- Orientierungsmessung mit elektronischem Gerät: zeigt Tagesverläufe und den Effekt einzelner Maßnahmen sofort – zum Beispiel mit unserem Mietgerät Radon Eye RD200. Wie die Auswertung aussieht, zeigt die Beispiel-Auswertung.
- Professionelle Begehung/Beratung vor Ort: kommerzielle Anbieter nennen etwa 200–500 Euro netto; kostenlose Erstberatung bieten einige Landesstellen, etwa die Radonberatungsstelle Sachsen. Mehr unter Fachfirma finden.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus, 450 Bq/m³ im Wohnzimmer
Angenommen, eine Langzeitmessung ergibt im Wohnzimmer eines unterkellerten Einfamilienhauses mit 100 m² Grundfläche 450 Bq/m³ im Jahresmittel – deutlich über dem Referenzwert. So sieht das stufenweise Vorgehen mit den belegten Zahlen dieser Seite aus:
| Schritt | Maßnahme | Kosten | Erwartete Wirkung | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 1 | Kellertür mit Dichtprofil, Risse, Fugen und Rohrdurchführungen abdichten | Handwerker 500–2.000 € netto; in Eigenleistung nur das Baumarktmaterial | 0–25 % Reduktion – im Beispiel bleiben rund 340–450 Bq/m³ | Fachfirma (Marktangabe); BfS-Radon-Handbuch |
| Kontrolle | Kurzzeitmessung mit einem Mietgerät (14 Tage: 49,00 €) oder Exposimeter | Exposimeter 30–50 € | zeigt, ob Stufe 2 nötig ist | BfS |
| Stufe 2 | Radonbrunnen neben dem Haus mit gemauertem Schacht | ca. 820–1.550 € (Preisstand 2017/18) plus 125–130 € Strom pro Jahr | 10–95 % Reduktion; dokumentierte deutsche Fälle mit Abdichtung plus Radonbrunnen erreichten 87–98 % – im Beispiel also rund 10–60 Bq/m³ | Sachsen, Planungshilfe; BfS-Bericht 3620 (KORA) |
| Kontrolle | Langzeitmessung über mindestens drei Monate, möglichst in der Heizperiode | Exposimeter 30–50 € | Nachweis des Erfolgs | BfS; Sachsen, Planungshilfe |
Summe im Beispiel: rund 1.400 bis 3.700 Euro, wenn beide Stufen nötig werden – mit Eigenleistung in Stufe 1 entsprechend weniger, mit Nachbesserungen bis zu 30 % mehr. Zwei Lesehilfen: Fachfirmen nennen meist Nettopreise – für Privathaushalte kommen 19 % Umsatzsteuer hinzu (§ 12 UStG). Und die sächsischen Beispielzahlen stammen aus 2017/18; rechnen Sie mit seither gestiegenen Baukosten.
Angebote vergleichen: worauf Sie bei Preisen achten sollten
Der Markt für Radonsanierungen ist jung, und der BfS-Forschungsbericht hält fest, dass die Preise „aufgrund der gesetzlichen Sanierungsverpflichtung bei Arbeitsplätzen in den letzten 2–3 Jahren gestiegen“ sind (Expertenangabe 2020/21). Umso wichtiger ist der Vergleich – die Fachpersonen-Liste der Bauakademie Sachsen rät ausdrücklich, mehrere Angebote einzuholen. Prüfpunkte für jedes Angebot:
- Leistungsumfang klar abgrenzen: Sind Ursachensuche, Maßnahme und Nachmessung enthalten – oder nur die Montage?
- Anfahrts- und Gerätekosten vorab klären, ebenso ob die Interpretation der Messergebnisse zum Auftrag gehört
- Netto oder brutto? Fachfirmen-Angaben (wie die oben zitierten) verstehen sich häufig netto
- Betriebskosten mitrechnen: ca. 125–130 € Strom pro Jahr für eine aktive Absaugung, dazu Wartung bei Lüftungsanlagen
- Stufenweise beauftragen: erst die günstige Maßnahme mit Erfolgskontrolle, Folgeaufträge nur bei Bedarf – so bleibt auch die Nachbesserungsquote (bis zu 30 % der Erstkosten) beherrschbar
Woran Sie seriöse Anbieter grundsätzlich erkennen, lesen Sie unter Radon-Fachperson und Sanierungsfirma finden.
Förderung: was es gibt – und was nicht
Ein bundesweites Förderprogramm für private Radonsanierungen existiert nicht; der BfS-Forschungsbericht von 2021 hat lediglich Modelle dafür untersucht. Konkret fördert derzeit Sachsen bauliche Radonmaßnahmen über die SAB mit EFRE-Mitteln – mit bis zu 85 % Zuschuss, allerdings nur für Bestandsgebäude mit Arbeitsplätzen (Kommunen, Vereine, KMU u. a.), nicht für reine Privatwohnungen. Mehrere Länder bieten dafür kostenlose Messprogramme an. Alle Programme, Bedingungen und steuerlichen Ansätze finden Sie im Ratgeber Förderung der Radonsanierung; ob Ihr Ort in einer stärker belasteten Region liegt, zeigt die Radon-Karte.
Häufige Fragen
Was kostet eine Radonsanierung im Schnitt?
Ein Forschungsbericht des Bundesamts für Strahlenschutz (2021) nennt für typische Radonsanierungen im Wohnbereich 500 bis 5.000 Euro; einzelne Fälle mit aufwendigen Abdichtungen liegen darüber. Fachfirmen geben als Gesamtspanne etwa 500 bis 10.000 Euro netto an. Nachbesserungen nach der ersten Sanierung kosten erfahrungsgemäß bis zu 30 % der Erstkosten zusätzlich.
Was kostet eine Radon-Absaugung?
Ein Radonbrunnen für ein Referenzhaus mit 100 m² kostet nach behördlichen Beispielrechnungen etwa 500 bis 1.500 Euro; eine punktuelle Direktabsaugung ohne Schacht gibt es ab rund 500 bis 600 Euro. In der KORA-Datenbank dokumentierte deutsche Sanierungsfälle lagen bei 1.400 bis 3.500 Euro für einen Radonbrunnen und 6.000 bis 11.900 Euro für eine Radondrainage. Fachfirmen nennen für einfache Absaugsysteme mindestens 5.000 Euro netto, für komplexe bis über 10.000 Euro.
Was kostet eine Lüftungsanlage gegen Radon?
Radonspezifische Behördenpreise gibt es hierfür nicht. Eine Fachfirma nennt als Orientierung: einfache Lüftungssysteme ab etwa 2.000 Euro netto, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung bis 8.000 Euro und mehr. Sehr günstig ist die Kellerentlüftung per Kleinventilator, die laut BfS 50 bis 80 % Reduktion erreichen kann; im Betrieb kostet eine aktive Absaugung etwa 125 bis 130 Euro Strom pro Jahr.
Gibt es Förderung oder Steuerbonus?
Ein bundesweites Förderprogramm für private Radonsanierungen existiert nicht. Sachsen fördert über die SAB (EFRE-Mittel) bauliche Radonmaßnahmen – allerdings nur in Bestandsgebäuden mit Arbeitsplätzen, nicht in reinen Privatwohnungen. Handwerkerleistungen können unter allgemeinen Voraussetzungen steuerlich begünstigt sein; Details klärt die Steuerberatung. Mehr im Ratgeber Förderung.
Wie vermeide ich unnötige Kosten?
Stufenweise vorgehen: erst messen, dann mit günstigen Maßnahmen (Lüften, Abdichten, Kellertür) beginnen und den Erfolg nachmessen – laut sächsischer Planungshilfe ist das trotz möglicher Nachbesserungen die wirtschaftlichste Strategie. Holen Sie vor baulichen Maßnahmen mehrere Angebote ein und klären Sie Anfahrts- und Gerätekosten vorab.
Quellen und weiterführende Informationen
- BfS-Forschungsbericht 3620S12282 – Wirkung staatlicher Fördermaßnahmen auf Radonsanierungen im Wohnbereich (2021)
- Freistaat Sachsen – Radonschutzmaßnahmen: Planungshilfe für Neu- und Bestandsbauten (Kap. 8 Kosten)
- BfS – Wie kann ich Radon messen (lassen)?
- SMUL Sachsen – Förderbereich Radonreduzierung (SAB/EFRE)
- Radonsanierung Dr. Binker – Was kostet eine Radonsanierung? (kommerzielle Quelle)
- § 12 UStG – Steuersätze (Regelsteuersatz 19 %)
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