Radon messen
Radon messen: Methoden, Dauer, Kosten und Geräte – der Ratgeber 2026
Radon selbst messen: elektronisch (RadonEye) oder passiv (Exposimeter), 7 Tage bis 12 Monate, ab 30 € oder Miete. Räume, Platzierung, Auswertung erklärt.
Radon können Sie weder sehen, riechen noch schmecken – ob Ihr Zuhause betroffen ist, zeigt ausschließlich eine Messung. Die gute Nachricht: Radon zu messen ist einfach und günstig. Ein passiver Detektor kostet 30 bis 50 Euro inklusive Laborauswertung, ein elektronisches Leihgerät liefert schon nach wenigen Minuten erste Werte. Dieser Ratgeber erklärt, welche Methode zu Ihrer Situation passt, in welchen Räumen und wie lange Sie messen sollten – und wie Sie Ihre Messwerte richtig einordnen.
- Warum sollte ich Radon messen?
- Kann man Radon selber messen?
- Die zwei Wege: elektronisch messen oder passiv messen
- Radon messen in sechs Schritten
- In welchen Räumen sollte ich messen?
- Wie lange messen: von 7 Tagen bis 12 Monaten
- Was kostet eine Radonmessung?
- Messwerte verstehen und einordnen
- Typische Anlässe: Wann sich eine Messung besonders lohnt
- Orientierungsmessung oder anerkannte Messstelle?
- Alle Ratgeber zum Thema Radon messen
Warum sollte ich Radon messen?
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das aus dem Boden in Gebäude eindringt und sich dort anreichern kann – mehr dazu im Grundlagenartikel Was ist Radon?. Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) sind rund 6 % aller Lungenkrebstodesfälle in Deutschland auf Radon in Gebäuden zurückzuführen, das sind etwa 2.800 Todesfälle pro Jahr. Damit ist Radon nach dem Rauchen die zweitwichtigste Ursache für Lungenkrebs.
Die Belastung ist regional und von Haus zu Haus sehr unterschiedlich: Im Durchschnitt liegt die Radonkonzentration in deutschen Wohnungen bei rund 65 Bq/m³. Etwa 10,5 Millionen Menschen leben jedoch bei Werten über 100 Bq/m³, knapp 2 Millionen sogar über dem gesetzlichen Referenzwert von 300 Bq/m³ (§ 124 StrlSchG). Ob Ihr Haus dazugehört, lässt sich weder an der Radon-Karte noch am Baujahr sicher ablesen – selbst Nachbarhäuser können sich deutlich unterscheiden. Das BfS bringt es auf den Punkt: Verlässliche Aussagen über die Höhe der Radonkonzentration sind nur über Messungen möglich.
Kurz erklärt: Der Referenzwert von 300 Bq/m³ ist ein Jahresmittelwert – und ein Referenzwert, kein Grenzwert. Das BfS empfiehlt, bereits ab 100 Bq/m³ über Maßnahmen nachzudenken. Was die Werte im Einzelnen bedeuten, zeigt unsere Radon-Werte-Tabelle.
Kann man Radon selber messen?
Ja – und zwar ohne Fachkenntnisse. Radonmessungen in Privathaushalten sind bewusst niedrigschwellig angelegt: Passive Detektoren werden per Post verschickt, nach Anleitung aufgestellt und später im Labor ausgewertet. Elektronische Messgeräte stellen Sie einfach auf, stecken das Netzteil ein und lesen die Werte am Display oder in der App ab. Es gibt für private Wohnungen auch keine gesetzliche Messpflicht – die Messung ist freiwillig und liegt in Ihrer eigenen Verantwortung. Eine Pflicht besteht nur für bestimmte Arbeitsplätze, etwa im Erd- und Kellergeschoss in Radon-Vorsorgegebieten (§ 127 StrlSchG).
Die zwei Wege: elektronisch messen oder passiv messen
Für Privathaushalte haben sich zwei Methoden etabliert. Beide haben ihre Stärken – die Wahl hängt davon ab, welche Frage Sie beantworten wollen.
| Kriterium | Elektronisches Messgerät (z. B. RadonEye RD200) | Passiver Kernspurdetektor (Exposimeter) |
|---|---|---|
| Messprinzip | Ionisationskammer, zeitaufgelöste Anzeige | Detektorfolie, Auswertung im Labor |
| Erste Ergebnisse | nach ca. 10–60 Minuten | nach Ende der Messung + Laborauswertung |
| Typische Messdauer | 7 bis 30 Tage (auch Dauerbetrieb möglich) | 3 bis 12 Monate (BfS-Empfehlung) |
| Ergebnis | Stundenwerte, Verlauf, Mittelwert, Spitzen | ein Mittelwert über die Messdauer |
| Aussage | Orientierung/Screening, Momentaufnahme | Näherung an den Jahresmittelwert |
| Kosten | Miete ab 29,00 € (7 Tage), Kauf ab ca. 190 € | 30–50 € je Detektor inkl. Auswertung |
| Strombedarf | ja (Netzteil) | nein |
| Geeignet für | Erstcheck, Hauskauf, Ursachensuche, Erfolgskontrolle | Jahresmittelwert, Referenzwert-Vergleich |
Elektronische Radon-Messgeräte: sofort Werte sehen
Elektronische Radonmonitore wie das RadonEye RD200 messen kontinuierlich und zeigen den Verlauf der Radonkonzentration zeitaufgelöst an. Das BfS ordnet sie als Geräte für „Momentaufnahmen“, Screening, Vorkontrolle und Dauerbeobachtung ein: Sie eignen sich hervorragend, um schnell ein Gefühl für die Situation zu bekommen, Eintrittswege einzugrenzen und die Wirkung von Lüftung oder Abdichtung direkt zu beobachten. Eine verlässliche Aussage über die langfristige Belastung – also den Jahresmittelwert – liefern sie laut BfS allerdings nicht.
Genau dafür bieten wir das RadonEye RD200 zur Miete an: als Orientierungsmessung über 7, 14 oder 30 Tage, inklusive Versand in beide Richtungen und einer verständlichen PDF-Auswertung Ihrer Stundenwerte (Beispiel ansehen). Welche Geräte es sonst noch gibt, zeigt unser Radon-Messgeräte-Vergleich.
Passive Kernspurdetektoren: der Standard für den Jahresmittelwert
Passive Detektoren – auch Exposimeter oder Kernspurdetektoren genannt – sind kleine Kunststoffdosen ohne Stromanschluss. Alphateilchen aus dem Radonzerfall hinterlassen auf einer Detektorfolie mikroskopische Spuren, die nach der Messung im Labor ausgezählt werden. Das BfS empfiehlt diese Methode als Standard für Wohnungen: 3 bis 12 Monate Messdauer, ideal ein volles Jahr, Kosten zwischen 30 und 50 Euro pro Messung. Alles über Ablauf, Anbieter und anerkannte Messstellen lesen Sie im Artikel Passive Radonmessung mit Exposimeter.
Weitere Verfahren
Daneben existieren Elektretdetektoren (passiv, Wochen bis Monate) und Aktivkohlesammler für ein Kurzzeit-Screening über zwei bis drei Tage. Für Privathaushalte spielen sie eine untergeordnete Rolle; die Auswahl läuft in der Praxis fast immer auf elektronisch oder Kernspurdetektor hinaus.
Radon messen in sechs Schritten
- Räume auswählen. Messen Sie dort, wo Sie sich lange aufhalten: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer – bevorzugt im untersten bewohnten Geschoss. Ein zusätzlicher Messpunkt im Keller zeigt, wie viel Radon von unten nachdrückt.
- Methode wählen. Schnelle Orientierung: elektronisches Mietgerät. Jahresmittelwert: passive Detektoren über 3–12 Monate. Im Zweifel: erst Screening, dann Langzeitmessung.
- Gerät richtig platzieren. Etwa 10–20 cm Wandabstand, auf Regal oder Schrank (nicht hinein), nicht über der Heizung, nicht am Fenster. Die Details mit Checkliste: Messgerät richtig aufstellen.
- Messung laufen lassen. Gerät nicht umstellen, Strom nicht unterbrechen, Räume normal nutzen. Startzeit, Raum und Etage notieren, außergewöhnliches Lüften dokumentieren.
- Werte auswerten. Beim elektronischen Gerät zählt der Mittelwert über die Messdauer, nicht die höchste Spitze. Beim Exposimeter liefert das Labor den Mittelwert als Bericht.
- Einordnen und handeln. Werte mit Referenzwert (300 Bq/m³ im Jahresmittel) und BfS-Empfehlung (ab 100 Bq/m³ Maßnahmen erwägen) vergleichen – Hilfe dazu: Messwerte verstehen. Bei auffälligen Ergebnissen folgt eine Langzeitmessung, bei bestätigt hohen Werten die Sanierungsplanung.
In welchen Räumen sollte ich messen?
Das BfS empfiehlt, in den wichtigsten Aufenthaltsräumen zu messen: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Wohn- und Essdielen sowie Arbeitsräume. Eine typische Aufteilung für ein Einfamilienhaus: ein Detektor im Keller – dort sind die höchsten Werte zu erwarten – plus je einer in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer. Der Hintergrund: Radon dringt aus dem Baugrund ein, deshalb sind bodennahe Räume am stärksten betroffen; je höher das Stockwerk, desto niedriger in der Regel die Konzentration. Wie das Gas überhaupt ins Haus gelangt, erklärt der Artikel Woher kommt Radon – und wie kommt es ins Haus?
Für die Bewertung zählt aber nicht der höchste Wert im Haus, sondern die Belastung dort, wo Sie tatsächlich Zeit verbringen. Ein selten betretener Lagerkeller mit 400 Bq/m³ ist weniger relevant als ein Schlafzimmer mit 250 Bq/m³, in dem Sie acht Stunden pro Nacht verbringen.
Wie lange messen: von 7 Tagen bis 12 Monaten
Die Radonkonzentration schwankt stark – im Tagesverlauf (nachts und frühmorgens meist am höchsten) und mit den Jahreszeiten (im Winter höher als im Sommer, mehr dazu unter Radon und Jahreszeiten). Daraus folgt die wichtigste Regel der Radonmessung: Je länger die Messung, desto belastbarer das Ergebnis.
- 7 bis 30 Tage (elektronisch): Orientierung und Screening. Sie erkennen das Niveau, Tagesgänge und Lüftungseffekte – aber keinen Jahresmittelwert.
- 3 Monate (passiv): vom BfS als Minimum für die Abschätzung des Jahresmittels genannt, bevorzugt in der Heizperiode.
- 12 Monate (passiv): der Goldstandard. „Ideal ist die Messung über die vollen zwölf Monate“, so das BfS – nur so sind alle Jahreszeiten erfasst.
Warum das so ist, welche Rolle die Heizperiode spielt und was eine Kurzzeitmessung ehrlicherweise leisten kann, lesen Sie ausführlich unter Wie lange Radon messen?
Was kostet eine Radonmessung?
| Variante | Kosten | Ergebnis |
|---|---|---|
| Passiver Detektor (3–12 Monate) | 30–50 € je Stück inkl. Laborauswertung (BfS) | Mittelwert, näherungsweise Jahresmittel |
| RadonEye RD200 mieten (radoncheck24) | 29,00 € / 7 Tage, 49,00 € / 14 Tage, 69,00 € / 30 Tage – inkl. Versand, Rückversand und PDF-Auswertung | Stundenwerte, Verlauf, Einordnung |
| Elektronisches Gerät kaufen | ab ca. 190 € (RadonEye RD200, Fachhandelspreis, Stand 09/2026) | dauerhafte Überwachung |
| Vor-Ort-Messung durch Fachleute | ab mehreren hundert Euro (kommerzielle Angebote) | Begehung, Beratung, zeitaufgelöste Messung |
Detaillierte Preise, was den Preis treibt und wo Sie sparen können: Was kostet eine Radonmessung? In einigen Bundesländern gibt es außerdem kostenlose Messprogramme.
Messwerte verstehen und einordnen
Für die Einordnung Ihrer Ergebnisse gelten in Deutschland diese Anhaltspunkte des BfS:
| Jahresmittelwert | Einordnung und Empfehlung (BfS) |
|---|---|
| unter 100 Bq/m³ | Zielbereich; die WHO empfiehlt 100 Bq/m³ als Referenzwert, das BfS nennt 100 Bq/m³ als Planungsziel für Neubauten |
| 100–300 Bq/m³ | Radonkonzentration sollte gesenkt werden – oft reichen häufigeres Lüften und das Abdichten von Eintrittspfaden |
| über 300 Bq/m³ | Referenzwert überschritten: Maßnahmen zur Senkung sind in jedem Fall angebracht |
| über 1.000 Bq/m³ | bauliche Maßnahmen sollten unbedingt innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden |
Wichtig bei Kurzzeitmessungen: Ein einzelner hoher Stundenwert ist kein Alarmsignal, und ein niedriger Sommerwert ist keine Entwarnung – der Referenzwert bezieht sich auf das Jahresmittel. Wie Sie Tagesverläufe lesen, Spitzen einordnen und entscheiden, ob Sie beobachten, nachmessen oder sanieren sollten, zeigt der Artikel Radon-Messwerte verstehen. Die rechtliche Bedeutung des Referenzwerts erklärt Grenzwert oder Referenzwert?
Typische Anlässe: Wann sich eine Messung besonders lohnt
Grundsätzlich ist eine Radonmessung in jedem Zuhause sinnvoll – in diesen Situationen ist sie besonders angeraten:
- Hauskauf oder -verkauf: Liegen keine Messwerte vor, verschafft ein Screening vor der Entscheidung eine Datengrundlage; nach dem Einzug folgt die Langzeitmessung. Mehr dazu unter Radon beim Hauskauf.
- Lage im Vorsorgegebiet oder in einer Region mit erhöhtem Radonpotenzial: Die Radon-Karte zeigt die Größenordnung Ihrer Region – ersetzt aber nie die Messung im konkreten Gebäude.
- Keller- oder Souterrainnutzung: Wer Hobbyraum, Homeoffice oder Schlafzimmer in bodennahen Räumen eingerichtet hat, sollte die Werte kennen – siehe Radon im Keller.
- Nach Umbauten und energetischer Sanierung: Dichtere Fenster und Hüllen senken die Luftwechselrate und können die Radonkonzentration erhöhen; eine Kontrollmessung schafft Klarheit (energetische Sanierung und Radon).
- Nach einer Radon-Sanierung: Nur die Nachmessung belegt den Erfolg – das BfS empfiehlt ausdrücklich, die Wirkung von Maßnahmen durch Messungen zu überprüfen.
- Mietwohnung: Auch Mieter dürfen selbstverständlich messen; was bei erhöhten Werten gilt, erklärt Radon in der Mietwohnung.
Orientierungsmessung oder anerkannte Messstelle?
Rechtlicher Hinweis: Unsere Mietmessung mit dem RadonEye RD200 ist eine Orientierungsmessung. Sie ist keine Messung durch eine vom BfS anerkannte Stelle im Sinne des § 155 StrlSchV und erfüllt nicht die gesetzliche Messpflicht an Arbeitsplätzen (§ 127 StrlSchG). Für Pflichtmessungen – etwa im Erd- oder Kellergeschoss in Radon-Vorsorgegebieten – beauftragen Sie eine anerkannte Stelle; das BfS veröffentlicht die Liste der Anbieter auf bfs.de.
Für die allermeisten privaten Fragen – „Habe ich ein Radonproblem?“, „Wirkt meine Lüftungsroutine?“, „Wie sieht es im Haus aus, das ich kaufen will?“ – ist die Kombination aus Orientierungsmessung und anschließender Langzeitmessung der praktikabelste Weg. Verpflichtend ist eine anerkannte Messstelle nur bei der Messpflicht am Arbeitsplatz: Dort schreibt das Gesetz eine 12-Monats-Messung mit Geräten einer anerkannten Stelle vor.
Alle Ratgeber zum Thema Radon messen
Dieser Überblick ist der Einstieg – die Details finden Sie in unseren Spezialartikeln:
- Wie lange Radon messen? – Kurzzeit- vs. Langzeitmessung, warum der Jahresmittelwert zählt und welche Messdauer zu welchem Anlass passt.
- Messgerät richtig aufstellen – Raumwahl, Höhe, Wandabstand und die sieben häufigsten Messfehler, mit Checkliste.
- Messwerte verstehen – Mittelwert vs. Spitzen, Tagesverläufe lesen, Lüftungseffekte erkennen und die richtige Konsequenz ziehen.
- Radon-Messgeräte im Vergleich – RadonEye, Airthings, Kernspurdetektoren und Profi-Geräte: Genauigkeit, Preise, Einsatzzwecke.
- RadonEye RD200 im Praxis-Check – Technik, Genauigkeit, Studien und unsere Erfahrungen aus dem Vermietbetrieb.
- RadonEye RD200 Anleitung – Aufstellen, App koppeln, Einheit umstellen, Daten exportieren, Fehlerbehebung.
- Passive Messung mit Exposimeter – Ablauf, Kosten und wann Sie eine anerkannte Messstelle brauchen.
- Was kostet eine Radonmessung? – alle Preise für Miete, Kauf, Labor und Gutachter im Überblick.
- Kostenlose Radonmessung – Messprogramme der Bundesländer: Bedingungen, Dauer, Anmeldung.
- Radon in Schule und Kita – wer messen muss, typische Ergebnisse und was Eltern wissen sollten.
Ergänzend hilfreich: Mieten oder kaufen?, unser Glossar mit allen Fachbegriffen und die häufigen Fragen zur Gerätemiete. Wie die Miete bei uns konkret abläuft, zeigt So funktioniert’s.
Häufige Fragen
Wie kann ich Radon selbst messen?
Am einfachsten mit einem passiven Kernspurdetektor (Exposimeter), den Sie für 30 bis 50 Euro inklusive Laborauswertung bestellen und 3 bis 12 Monate aufstellen – oder mit einem elektronischen Messgerät wie dem RadonEye RD200, das schon nach etwa 10 Minuten erste Werte anzeigt. Beide Wege sind vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beschrieben und ohne Fachkenntnisse machbar. Wichtig ist nur die richtige Platzierung und eine ausreichende Messdauer.
Welche Messmethode ist die richtige für mich?
Wollen Sie schnell wissen, ob Ihr Haus ein Radonproblem haben könnte – etwa vor einem Hauskauf oder nach einer Sanierung –, ist ein elektronisches Mietgerät die richtige Wahl: Sie sehen den Verlauf sofort. Geht es um den Jahresmittelwert, etwa für den Vergleich mit dem Referenzwert von 300 Bq/m³, führt kein Weg an einer Langzeitmessung mit passiven Detektoren über 3 bis 12 Monate vorbei. Viele kombinieren beides: erst Screening, dann gezielte Langzeitmessung.
Wie lange muss ich messen?
Das BfS empfiehlt für den Jahresmittelwert eine Messdauer von 3 bis 12 Monaten, ideal sind volle 12 Monate – bei kürzerer Dauer möglichst im Winter. Eine elektronische Kurzzeitmessung über 7 bis 30 Tage liefert eine erste Orientierung und zeigt Tagesverläufe und Lüftungseffekte, ersetzt aber keinen Jahresmittelwert. Details erklärt unser Artikel Wie lange Radon messen?.
Was kostet eine Radonmessung?
Ein passiver Detektor kostet laut BfS 30 bis 50 Euro inklusive Laborauswertung; für eine Wohnung werden meist zwei Detektoren empfohlen. Ein elektronisches Messgerät kostet zur Miete bei uns ab 29,00 € für 7 Tage (inklusive Versand und PDF-Auswertung), neu gekauft ab etwa 190 Euro. Eine Übersicht mit Spartipps finden Sie unter Radonmessung: Kosten.
In welchen Räumen messe ich?
In den Räumen, in denen Sie sich am meisten aufhalten: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer und Arbeitsräume – bevorzugt im untersten bewohnten Geschoss, denn die Konzentration nimmt nach oben hin ab. Das BfS nennt als typische Aufteilung einen Detektor im Keller und je einen in Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer. Reine Abstellräume sind weniger wichtig als Räume mit langer Aufenthaltsdauer.
Wann ist ein Messgerät zum Mieten sinnvoll, wann ein Exposimeter?
Das Mietgerät punktet, wenn Sie schnell eine Antwort brauchen: erste Werte nach Minuten, stündliche Verlaufsdaten, Lüftungseffekte sichtbar – ideal für Erstcheck, Hauskauf und Erfolgskontrolle nach Maßnahmen. Das Exposimeter punktet beim Jahresmittelwert: Es misst über Monate, ist günstig und wird von einem Labor ausgewertet. Für eine belastbare Gesamtbewertung empfiehlt sich häufig die Kombination – mehr dazu im Vergleich Mieten oder kaufen?.
Quellen und weiterführende Informationen
- BfS – Wie kann ich Radon messen (lassen)? (Stand 09.03.2026)
- BfS – Radon-Messgeräte
- BfS – Radon in Gebäuden (Stand 25.11.2024)
- BfS-Pressemitteilung: Kalte Jahreszeit für Radon-Messung nutzen (27.11.2025)
- § 124 StrlSchG – Referenzwert für Aufenthaltsräume
- § 155 StrlSchV – Messung; anerkannte Stelle
- WHO – Fact sheet Radon and health (25.01.2023)
- LfU Bayern – Radon messen in Wohnräumen und an Arbeitsplätzen
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