Radon messen

Was kostet eine Radonmessung? Preise für Miete, Kauf, Labor und Gutachter

Exposimeter 30–50 €, Mietgerät ab 29,00 € (7 Tage), Kaufgerät 100–300 €, Gutachter ab mehreren hundert Euro: Kostenübersicht mit Spartipps.

Veröffentlicht am Aktualisiert am Lesezeit ca. 6 Min. Redaktion radoncheck24.de

Kostenvergleich als Balkengrafik: Exposimeter, Mietgerät, Kaufgerät und Gutachter für die Radonmessung

Die kurze Antwort: Eine Radonmessung ist günstiger, als die meisten denken. Passive Detektoren kosten laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) 30 bis 50 Euro pro Stück inklusive Laborauswertung, ein elektronisches Mietgerät gibt es bei uns ab 29,00 € für sieben Tage, und in einigen Bundesländern ist die Messung sogar kostenlos. Teuer wird es erst beim Gutachter vor Ort – den brauchen aber die wenigsten. Hier ist die komplette Kostenübersicht mit Spartipps.

Alle Kosten auf einen Blick

Messvariante Kosten (2026) Was Sie bekommen
Passiver Kernspurdetektor (Exposimeter) 30–50 € je Detektor inkl. Laborauswertung (BfS); Markenprodukte ab ca. 42 € (Stand 09/2026) Langzeit-Mittelwert über 3–12 Monate, Laborbericht
Kurzzeit-Kernspurdetektor (10–30 Tage) ca. 40–55 € je Detektor (Stand 09/2026) Mittelwert über Wochen, ohne Verlauf
Elektronisches Mietgerät (RadonEye RD200) bei radoncheck24: 29,00 € / 7 Tage, 49,00 € / 14 Tage, 69,00 € / 30 Tage inkl. Versand + PDF-Auswertung; andere Anbieter: ca. 45–50 € für zwei Wochen, teils zzgl. Versand, meist ohne Auswertung (Stand 04.09.2026) sofortige Stundenwerte, Verlauf, Einordnung
Elektronisches Gerät kaufen RadonEye RD200 189 € (UVP 199 €, Stand 04.09.2026); Smart-Home-Multisensoren bis ca. 300 € Dauerüberwachung in Eigenregie
Anerkannte Messstelle (Arbeitsplatz-Pflichtmessung) Detektorpreise wie oben; Gesamtkosten je nach Zahl der Messorte 12-Monats-Messung nach § 155 StrlSchV, behördlich verwertbar
Radon-Fachperson / Gutachter vor Ort ab mehreren hundert Euro (kommerzielle Angebote: ca. 200–500 € netto) Begehung, zeitaufgelöste Profi-Messung, Beratung
Kostenlose Landesprogramme 0 € (teils ca. 3 € Rückporto) 12-Monats-Messung mit Auswertung, regional begrenzt

Zum Marktvergleich: Vergleichbare Mietangebote anderer Anbieter kosten für zwei Wochen rund 45 bis 50 €, teils zuzüglich Versand und ohne schriftliche Auswertung – radonsystem.de vermietet ein eigenes Gerät für 45 € je zwei Wochen zuzüglich 5 € Versand, mieten.mit-koepfchen.de den Airthings Corentium Home für 49,90 € je zwei Wochen versandfrei (Anbieterseiten, abgerufen am 04.09.2026). Bei uns sind Versand in beide Richtungen und die PDF-Auswertung im Mietpreis enthalten.

Zur Einordnung der Beträge lohnt der Blick auf die andere Seite der Rechnung: Eine typische Radonsanierung im Wohnbereich kostet laut BfS-Forschungsbericht 500 bis 5.000 Euro – und ob sie nötig ist, entscheidet allein die Messung. Gemessen daran sind selbst 150 Euro für ein komplettes Messpaket gut investiert.

Was den Preis wirklich bestimmt

Drei Faktoren treiben die Kosten – und alle drei haben Sie selbst in der Hand:

  • Anzahl der Messpunkte: Empfohlen sind mehrere Räume (typisch: Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer plus Keller). Bei passiven Detektoren zahlen Sie pro Stück; mit einem Mietgerät können Sie Räume nacheinander messen – unser Tipp: mindestens sieben Tage pro Raum.
  • Messdauer und Anspruch: Eine Orientierung über ein bis vier Wochen ist günstiger und schneller als ein Jahresmittelwert über 12 Monate – beantwortet aber eine andere Frage. Welche Dauer Sie brauchen, klärt Wie lange Radon messen?
  • Rechtliche Anforderungen: Für die Messpflicht am Arbeitsplatz muss eine vom BfS anerkannte Stelle liefern und auswerten (§ 155 StrlSchV) – hier entscheidet die Zahl der messpflichtigen Räume über die Gesamtkosten. Für Privathaushalte gilt diese Pflicht nicht.

Vorsicht bei Billig- und Fantasieangeboten: Ein seriöser Preis enthält bei passiven Detektoren immer die Laborauswertung. Und kein Anbieter kann Ihnen mit einer Kurzzeitmessung einen „amtlichen Radonnachweis“ verkaufen – behördlich verwertbar sind nur 12-Monats-Messungen anerkannter Stellen. Auch unsere Mietmessung ist eine Orientierungsmessung, kein amtliches Gutachten.

Miete, Kauf oder Labor: Was kostet welcher Weg konkret?

Weg 1 – Exposimeter (30–100 € gesamt): Zwei Detektoren für Wohn- und Schlafzimmer, 3 bis 12 Monate Messzeit, Laborbericht. Der günstigste Weg zum belastbaren Langzeitwert – Details unter Passive Messung mit Exposimeter.

Weg 2 – Mietgerät (29,00 € bis 69,00 € je nach Dauer): Elektronische Orientierungsmessung mit Stundenwerten. Am Markt kosten Mietgeräte anderer Anbieter rund 39 Euro pro Woche oder 45 bis 50 Euro für zwei Wochen, teils zuzüglich Versand und meist ohne schriftliche Auswertung (Stand 04.09.2026). Bei uns: Radon Eye RD200 mieten – 7, 14 oder 30 Tage (29,00 €, 49,00 €, 69,00 €) inklusive Versand in beide Richtungen, deutscher Kurzanleitung und PDF-Auswertung, ohne Kaution.

Weg 3 – Kaufgerät (ab ca. 190 €): Das RadonEye RD200 kostet neu 189 Euro (UVP 199 Euro, Stand 04.09.2026) und hält laut Hersteller etwa fünf Jahre. Sinnvoll für Dauerüberwachung; für die einmalige Frage „Habe ich ein Problem?“ überdimensioniert. Der Messgeräte-Vergleich zeigt die Alternativen.

Weg 4 – Fachperson vor Ort (ab mehreren hundert Euro): Professionelle zeitaufgelöste Messungen mit Begehung werden kommerziell mit etwa 200 bis 500 Euro netto angeboten. Die Radon-Fachpersonen-Listen der Länder raten ausdrücklich, mehrere Angebote zu vergleichen und Anfahrt- sowie Gerätekosten vorab zu klären. Dieser Weg lohnt sich vor allem für die Sanierungsplanung nach bestätigt hohen Werten – Adressen und Tipps unter Fachfirma finden.

Fünf Spartipps für die Radonmessung

  1. Kostenlose Programme prüfen: Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und regional NRW bieten Gratis-Messungen an – die Übersicht steht im Artikel Kostenlose Radonmessung.
  2. Erst Screening, dann gezielt investieren: Ein bis zwei Wochen Mietgerät zeigen, ob Ihr Haus überhaupt auffällig ist. Nur bei erhöhten Werten folgt die Langzeitmessung – so vermeiden Sie unnötige Mehrfachkäufe.
  3. Mit einem Gerät mehrere Räume messen: Statt vier Detektoren zu kaufen, messen Sie mit dem Mietgerät Raum für Raum (je mindestens 7 Tage) – besonders effizient bei der 14- oder 30-Tage-Miete.
  4. Heizperiode nutzen: Eine einzelne Messung im Winter ist aussagekräftiger als zwei im Sommer – das BfS empfiehlt die kalte Jahreszeit ausdrücklich. Gleiche Kosten, mehr Erkenntnis.
  5. Gutachter erst nach bestätigter Überschreitung: Die teure Vor-Ort-Analyse gehört ans Ende der Kette – nach Screening und Langzeitmessung, wenn tatsächlich saniert werden muss. Was dann auf Sie zukommt, zeigt Was kostet eine Radon-Sanierung?

Kosten nach Anlass: Was brauchen Sie wirklich?

Ihr Anlass Sinnvoller Weg Typische Kosten
„Einfach mal wissen, ob was ist“ Mietgerät 7–14 Tage 29,00 €–49,00 €
Hauskauf mit Zeitdruck Mietgerät 7–14 Tage, später Langzeitmessung 29,00 €–49,00 € + 60–100 €
Jahresmittel für Referenzwert-Vergleich 2 Exposimeter, 12 Monate 60–100 €
Erfolgskontrolle nach Lüftungs-/Abdichtmaßnahmen Mietgerät vorher/nachher 29,00 €–69,00 €
Pflichtmessung Arbeitsplatz (Vorsorgegebiet) anerkannte Stelle, 12 Monate Detektorkosten je Messort, Angebot einholen
Sanierungsplanung bei hohen Werten Radon-Fachperson vor Ort ab mehreren hundert Euro

Unterm Strich: Zwischen „gar nichts wissen“ und „sicher wissen“ liegen meist weniger als 100 Euro. Wie Sie die Messung dann konkret angehen, zeigt der große Ratgeber Radon messen – und ob sich für Ihren Fall eher Miete oder Kauf rechnet, der Vergleich Mieten oder kaufen?

Häufige Fragen

Was kostet eine Radonmessung insgesamt?

Für ein typisches Einfamilienhaus: Eine passive Langzeitmessung mit zwei Kernspurdetektoren kostet 60 bis 100 Euro (30–50 € je Detektor inklusive Laborauswertung, BfS-Angabe). Eine elektronische Orientierungsmessung per Mietgerät kostet bei uns je nach Dauer 29,00 € bis 69,00 €. Wer beides kombiniert – erst Screening, dann Langzeitmessung –, rechnet mit dem Mietpreis plus 60 bis 100 Euro für die Detektoren.

Was ist günstiger: mieten, kaufen oder Exposimeter?

Für den reinen Jahresmittelwert ist das Exposimeter mit 30–50 Euro pro Detektor am günstigsten. Für eine schnelle Orientierung mit Verlaufsdaten ist die Miete (bei uns ab 29,00 € für 7 Tage inklusive Versand und PDF-Auswertung) deutlich günstiger als der Kauf eines Geräts ab etwa 190 Euro. Kaufen rechnet sich erst, wenn Sie dauerhaft überwachen wollen – die Rechenbeispiele stehen im Artikel „Mieten oder kaufen?“.

Was kostet ein Radon-Gutachter?

Für professionelle zeitaufgelöste Messungen mit Begehung werden am Markt typischerweise einige hundert Euro netto aufgerufen (kommerzielle Angebote nennen 200 bis 500 Euro). Die Fachpersonen-Listen der Länder raten, mehrere Angebote einzuholen und Anfahrts- und Gerätekosten vorab zu klären. Ein Gutachter lohnt sich vor allem, wenn nach einer bestätigten Referenzwert-Überschreitung eine Sanierung geplant werden soll.

Gibt es kostenlose Messungen?

Ja, mehrere Bundesländer bieten kostenlose Messprogramme an – darunter Sachsen, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und regional NRW (Nordeifel). Die Programme sind meist auf bestimmte Regionen, Gebäudetypen oder Kontingente begrenzt und laufen über 12 Monate. Die Übersicht mit Bedingungen und Anmeldung finden Sie in unserem Artikel zur kostenlosen Radonmessung.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. BfS – Wie kann ich Radon messen (lassen)? (Stand 09.03.2026)
  2. BfS-Pressemitteilung: Kalte Jahreszeit für Radon-Messung nutzen (27.11.2025)
  3. LfU Bayern – Radon messen in Wohnräumen
  4. Radonova – Radtrak³ Langzeitmessung im Eigenheim
  5. BfS-Forschungsbericht 3620S12282 – Wirkung staatlicher Fördermaßnahmen auf Radonsanierungen (IZT, 2021)
  6. Bau Bildung Sachsen – Liste der Radon-Fachpersonen (Stand 15.09.2025)

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