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Radon in Niedersachsen: Harz-Vorsorgegebiete Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Braunlage – Karte

Goslar-Stadt, Clausthal-Zellerfeld und Braunlage sind Niedersachsens Vorsorgegebiete. Was im Harz gilt, wie das Flachland abschneidet und wie Sie messen.

Veröffentlicht am Lesezeit ca. 5 Min. Redaktion radoncheck24.de

Karte von Niedersachsen mit markierten Radon-Vorsorgegebieten Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Braunlage im Harz

Niedersachsen hat drei Radon-Vorsorgegebiete – alle im Oberharz: die Stadt Goslar, die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld und die Stadt Braunlage. Das übrige Land schneidet auf den BfS-Karten günstig ab; der NLWKN spricht von „nur wenigen Gebieten mit erhöhter Radonkonzentration“. Doch die Karten beschreiben Regionen, keine Häuser: Ob Ihr Keller betroffen ist, klärt nur eine Messung. Hier finden Sie die Vorsorgegebiete im Detail, die Ansprechpartner des Landes und den Weg zur eigenen Messung.

Radon-Karte Niedersachsen: Harz oben, Flachland unten

Das Muster ist eindeutig: Hohe Radonwerte konzentrieren sich nach BfS-Angaben auf die Mittelgebirge – in Niedersachsen ist das der Harz. Die Norddeutsche Tiefebene, die den größten Teil des Landes ausmacht, zeigt dagegen niedrige Prognosewerte; auch die Radon-Konzentration im Freien nimmt von Süd nach Nord ab. Wie Sie die BfS-Karten (Bodenluft, Radon-Potenzial, Radon in Wohnungen) richtig lesen, erklärt unsere Übersicht Radon-Karte Deutschland. Im Norden – Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein – sieht es anders aus: Radon in den nördlichen Bundesländern.

Für die Festlegung der Vorsorgegebiete war das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt (GAA) Braunschweig zuständig: Die Allgemeinverfügung vom 30.11.2020 wurde am 23.12.2020 im Niedersächsischen Ministerialblatt (Nr. 57/2020, S. 1667) veröffentlicht.

Die drei Vorsorgegebiete im Landkreis Goslar

Gemeinde Umfasste Orte und Ortsteile
Stadt Goslar Kernstadt (mit Altstadt, Baßgeige, Georgenberg, Jürgenohl, Ohlhof, Rammelsberg, Steinberg, Sudmerberg) sowie Oker, Vienenburg, Jerstedt, Immenrode, Hahndorf, Wiedelah, Hahnenklee-Bockswiese, Lengde, Lochtum und Weddingen
Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld Clausthal, Zellerfeld, Buntenbock, Altenau (mit Torfhaus u. a.), Schulenberg im Oberharz, Wildemann
Stadt Braunlage Braunlage mit Hohegeiß, Sankt Andreasberg u. a.

Damit sind klassische Harz-Orte wie Sankt Andreasberg, Altenau und Hahnenklee Teil der Gebietskulisse. Die Festlegung sagt allerdings nichts über das einzelne Gebäude aus: Nicht jedes Haus im Vorsorgegebiet ist belastet, und erhöhte Werte kommen auch außerhalb vor – etwa in Nachbarorten, die knapp nicht die Kriterien erfüllten. Direkt hinter der Landesgrenze setzt sich der Harz übrigens fort: Die Vorsorgegebiete in Sachsen-Anhalt (u. a. Wernigerode, Oberharz am Brocken) schließen nahtlos an.

Was die Festlegung rechtlich bedeutet

Die Rechtsfolgen betreffen vor allem Arbeitgeber und Bauherren in den drei Gemeinden:

  • Arbeitsplätze im Keller- und Erdgeschoss: 12-Monats-Messung mit Geräten einer vom BfS anerkannten Stelle. Nach der Erstfestlegung sollten die Messungen ab Anfang 2021, spätestens ab Juni 2021 beginnen und die Ergebnisse bis Juni 2022 vorliegen; für neu eingerichtete Arbeitsplätze gilt die 18-Monats-Frist ab Tätigkeitsaufnahme. Bei Überschreitung von 300 Bq/m³: unverzüglich Reduzierungsmaßnahmen, Erfolgskontrolle, ggf. Anmeldung bei der Behörde. Details: Messpflicht am Arbeitsplatz.
  • Neubau: Zusätzlich zum Feuchteschutz ist mindestens eine Radonschutzmaßnahme nach § 154 StrlSchV vorgeschrieben – z. B. eine vorbereitete Absaugung unter der Bodenplatte. Mehr unter Radonsicher bauen.
  • Private Bestandswohnungen: keine Pflichten – aber die klare Empfehlung, freiwillig zu messen. Die rechtliche Gesamtübersicht bietet Radon-Vorsorgegebiete.

Wichtig: Der Referenzwert von 300 Bq/m³ ist ein Jahresmittel und kein Grenzwert. Das BfS empfiehlt, schon ab 100 Bq/m³ über Maßnahmen nachzudenken – auch außerhalb der Vorsorgegebiete.

Messen in Niedersachsen: So gehen Sie vor

Ein kostenloses Bürger-Messprogramm wie in einigen anderen Ländern war auf den niedersächsischen Behördenseiten zuletzt nicht zu finden. Der Weg zur eigenen Klarheit ist trotzdem einfach:

  1. Orientierung: Ein elektronisches Messgerät wie das Radon Eye RD200 zeigt nach wenigen Tagen, ob Keller und Erdgeschoss auffällig sind – inklusive Tagesverlauf und Lüftungseffekt. Ein solches Gerät können Sie bei uns mieten; wie das Ergebnis aufbereitet wird, zeigt die Beispiel-Auswertung.
  2. Jahresmittel: Passive Exposimeter einer anerkannten Stelle (ca. 30–50 €) über 3 bis 12 Monate, ideal 12 – nur so ist der Vergleich mit dem Referenzwert belastbar. Anleitung: Wie lange messen? und Messgerät richtig aufstellen.

Rechtlicher Hinweis: Unsere Miet-Messung ist eine Orientierungsmessung. Sie ist keine Messung durch eine vom BfS anerkannte Stelle nach § 155 StrlSchV und erfüllt nicht die Arbeitsplatz-Messpflicht in Goslar, Clausthal-Zellerfeld oder Braunlage. Für Pflichtmessungen beauftragen Sie eine anerkannte Stelle (Liste auf bfs.de).

Beratung: Radonberatungsstelle des NLWKN

Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger ist die Radonberatungsstelle des NLWKN in Hildesheim (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), erreichbar über das Kontaktformular der NLWKN-Radonseiten. Das Umweltministerium stellt zudem die Broschüre „Radon in Niedersachsen“ (Juni 2019) bereit. Für Fragen zur Messpflicht an Arbeitsplätzen ist das GAA Braunschweig zuständig.

Wer im Oberharz ein Haus kauft oder saniert, sollte Radon von Anfang an mitdenken: Beim Hauskauf lohnt die Frage nach vorhandenen Messergebnissen, bei der Sanierung hilft der Überblick unter Radon-Sanierung. Grundlagen zum Eintrittsweg des Gases liefert Radon im Keller.

Fazit

Niedersachsen ist ein Land der klaren Verhältnisse: drei Vorsorgegebiete im Oberharz, günstige Prognosen für das Flachland. Wer in Goslar, Clausthal-Zellerfeld oder Braunlage wohnt oder arbeitet, sollte seine Werte kennen – als Arbeitgeber muss er es. Und auch im Flachland gilt: Die Karte ersetzt keine Messung. Eine kurze Orientierungsmessung schafft erste Klarheit, die Langzeitmessung einer anerkannten Stelle den verbindlichen Jahreswert.

Häufige Fragen

Welche Orte in Niedersachsen sind Vorsorgegebiet?

Drei Gemeinden im Landkreis Goslar (Harz): die Stadt Goslar (einschließlich der Ortsteile, u. a. Oker, Vienenburg, Hahnenklee-Bockswiese), die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld (mit Clausthal, Zellerfeld, Buntenbock, Altenau mit Torfhaus, Schulenberg und Wildemann) und die Stadt Braunlage (mit Hohegeiß und Sankt Andreasberg). Festgelegt wurden sie durch Allgemeinverfügung des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig vom 30.11.2020, veröffentlicht im Niedersächsischen Ministerialblatt Nr. 57/2020 vom 23.12.2020.

Ist Radon im Flachland ein Thema?

Deutlich seltener als im Harz: Nach Angaben des NLWKN zeigt die BfS-Bodenluftkarte für Niedersachsen „nur wenige Gebiete mit erhöhter Radonkonzentration“, und in der Norddeutschen Tiefebene sind hohe Innenraumwerte laut BfS generell seltener. Ausgeschlossen sind erhöhte Werte im Einzelfall trotzdem nicht – die Karten erlauben keine Aussage über einzelne Gebäude. Wer im Keller oder Erdgeschoss wohnt oder arbeitet, verschafft sich mit einer Messung Gewissheit.

Wo messe ich im Harz?

Beginnen Sie im Keller und in den am häufigsten genutzten Räumen des untersten Wohngeschosses – dort sind die Werte am höchsten. Für den Jahresmittelwert empfehlen die Behörden passive Exposimeter einer vom BfS anerkannten Stelle über 3 bis 12 Monate (ideal 12, möglichst mit Heizperiode, ca. 30–50 € pro Detektor). Für die schnelle Orientierung vorab eignet sich ein elektronisches Mietgerät mit Live-Anzeige – Platzierungsregeln: 10–20 cm Wandabstand, nicht an Heizung oder Fenster.

Gibt es Programme des Landes?

Ein kostenloses Messprogramm für Privathaushalte war auf den niedersächsischen Behördenseiten zuletzt nicht zu finden. Das Land unterstützt mit der Radonberatungsstelle des NLWKN in Hildesheim (erreichbar über ein Kontaktformular), einer Informationsbroschüre „Radon in Niedersachsen“ (2019) und den Informationsseiten des Umweltministeriums. Für Arbeitsplatz-Pflichten in den Vorsorgegebieten ist das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zuständig.

Was gilt für Betriebe in Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Braunlage?

Wer dort Arbeitsplätze im Keller- oder Erdgeschoss betreibt – vom Handwerksbetrieb über Hotels bis zu Schulen und Kitas –, musste die Radon-Konzentration über 12 Monate mit Geräten einer anerkannten Stelle messen lassen; die Messungen sollten ab Anfang 2021, spätestens ab Juni 2021 starten und die Ergebnisse bis Juni 2022 vorliegen. Bei neuen Arbeitsplätzen läuft die 18-Monats-Frist ab Aufnahme der Tätigkeit. Über 300 Bq/m³ sind unverzüglich Maßnahmen zur Reduzierung zu ergreifen.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. NLWKN – Radon-Vorsorgegebiete in Niedersachsen
  2. Niedersächsisches Umweltministerium – Radon
  3. Nds. Umweltministerium – PM: Radonvorsorgegebiete im Harz ausgewiesen
  4. Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig – Radonvorsorgegebiete
  5. Stadt Goslar – Radonvorsorgegebiet
  6. BfS – Karte der Radon-Vorsorgegebiete in Deutschland

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